Kräuter aus dem Kloster

Küchen-Zwiebel

Im Kräutergarten des Klosters Fahr bleiben wir dieses Mal bei der «Küchen-Zwiebel» stehen.

Weinen ist gesund – vor allem, wenn es durch die antibiotischen Dämpfe der Zwiebel verursacht wird. Wer in der kalten Jahreszeit besonders anfällig ist für Erkältungen, kann eine Zwiebelhälfte mit der Schnittfläche nach oben aufs Nachttischchen legen. Falls einen der Schnupfen bereits erwischt hat, unterstützt diese Massnahme das Atmen: Die Dämpfe wirken lösend auf die verstopfte Nase.

Gegen den Husten hilft zudem folgendes Rezept: Eine grosse Zwiebel in Stücke schneiden, in ein Schraubdeckelglas füllen und mit zwei bis drei Esslöffeln Honig mischen; das Ganze ziehen lassen, bis der Honig dünnflüssig geworden ist; diesen Sirup im Kühlschrank aufbewahren und drei bis vier Mal täglich einen Esslöffel davon einnehmen.

Auch bei Entzündungen des Gehörgangs bewährt sich die Zwiebel als altes Hausmittel, das allfällige ärztliche Verordnungen ergänzt: Dazu wird sie gehackt, in ein Tuch eingewickelt und etwas gepresst, damit der Saft ins Tuch dringt. Die Auflage befestigt man mit einem Stirnband für eine halbe Stunde am Ohr; der Vorgang wird dreimal täglich wiederholt.

Am besten lässt man es aber gar nicht so weit kommen, sondern beugt vor. Indem man darauf achtet, dass der Speiseplan neben Zwiebeln auch immer mal wieder Knoblauch, Schnittlauch, Bärlauch und Gemüselauch enthält, tut man ganz nebenher etwas für die Gesundheit.

Die Zwiebel ist übrigens nicht nur mit allem Lauchgemüse verwandt, sondern auch mit Schneeglöckchen, Osterglocke und – der Amaryllis.

Die Küchenzwiebel - Video von BR-alpha

Text: Alexandra Dosch, Dipl. Feldbotanikerin und Theologin

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Illustration aus «Kräuterbuch deß uralten Unnd in aller Welt berühmtesten Griechischen Scribenten Pedacii
Dioscoridis Anazarbaei (…).» 1614.
(Buch im Besitz des Klosters Fahr)