Leuchtende Farben

Im C 66, dem Verwaltungsgebäude der Katholischen Kirche Zürich, erhellen neu zwei Glasfenster des Künstlers Horst Thürheimer den Eingangsbereich.

Im C 66, dem Verwaltungsgebäude der Katholischen Kirche Zürich, erhellen neu zwei Glasfenster des Künstlers Horst Thürheimer den Eingangsbereich.

Zum 70. Geburtstag von Generalvikar Josef Annen erfüllt sich sein langjähriger Wunsch: Das Haus, in dem der Generalvikar und die Verwaltung der katholischen Körperschaft  ihre Büros haben, soll auch als Haus der Kirche erkennbar werden. Im vorher eher kühlen  Eingangsraum der ehemaligen katholischen Mädchenschule leuchten nun zwei Glasfenster von der Balustrade herunter. Josef Annen erkennt darin «die Weite des Kosmos, werdendes Leben, die Feuerzungen von Pfingsten», wie er an der Einweihung vom 11. September sagte. Feierlich wurden dort nach der Begrüssung durch Synodalrats-Vizepräsidentin Franziska Driessen die Vorhänge von den neuen Glasfenstern gezogen. Die bräunlich dunklen Fenster erhellten sich erst anschliessend durch die Hinterglas-Beleuchtung. «Die Farbe wird erst im Licht strahlend», erklärte Josef Annen.

Die Fenster wurden in einem aufwändigen Prozess vom Münchner Künstler Horst Thürheimer gestaltet. Die Zusammenarbeit mit Josef Annen und dem ehemaligen Generalsekretär Giorgio Prestele, der zusammen mit Ombudsmann Helmut Steindl die Glasbilder angeregt hatte, sei «herzlich, freundschaftlich und oft auch lustig» gewesen, sagte Thürheimer in Zürich.

Seine Skizzen zum Kunstwerk sind im Saal im Parterre vom C 66 ausgestellt, mehrere Entwürfe auf Glas leuchten in den Gängen des Hauses am Hirschengraben 66 und können besichtigt und teilweise auch gekauft werden.  Thürheimer ist einer der wenigen Glasmaler, die nicht Zeichnungen in der Glaswerkstätte abgeben, sondern selber direkt aufs Glas malen, das dann bis dreimal gebrannt wird.

Adrian Schenker, Dominikaner und emeritierter Professor der Universität Fribourg, sagte zu den Bildern mit dem Titel «Geist und Welt»: «Das Licht und die Farben lassen innehalten und machen erfahrbar, wie Gott sein Licht in die Welt unserer Sorgen und Wünsche hineinstrahlen lässt und diese verwandelt.» Gerade in einem Verwaltungsgebäude sei es wichtig, immer wieder an dieses Licht im Dienst an Gott und den Menschen erinnert zu werden.

 

 

Text: Alexandra Dosch