«Kloster zu verschenken»

Ein Theater von Paul Steinmann führt durch die 800-jährige Geschichte des Dominikanerordens.

Seit Jahrhunderten leben Schwestern und Brüder in verschiedenen Gemeinschaften auf der ganzen Welt die Ideen und Visionen von Dominikus. Doch es wird ruhiger in den Klöstern der Schweiz. Sie überaltern zunehmend und entvölkern sich. Nachwuchs ist wenig in Sicht. Gute Ideen für die sich leerenden Klöster sind gefragter denn je. Müssen sie gar verschenkt werden?, fragt der Autor und Theologe Paul Steinmann in seinem neusten Stück provokativ.

Antwort darauf geben dominikanische Persönlichkeiten aus acht Jahrhunderten, aber auch Immobilienfachleute, eine SP-Politikerin, ein Moderator und ein Denkmalpfleger. «Kloster zu verschenken» heisst das Theaterstück, das die Schweizer Dominikanerinnen und Dominikaner zum 800-Jahr-Jubiläum initiieren. Es erzählt die Geschichte ihres Ordens entlang der schweizerischen Wirkstätten.

«Eine grosse Herausforderung», betont Regisseurin Annette Windlin: «Es soll ja keine trockene Geschichtslektion sein, sondern als lebendiges, sinnliches Spiel die Zuschauer in Herz und Kopf erreichen.»

Das Stationentheater, das an jedem Spielort neu an die räumlichen und historischen Gegebenheiten angepasst wird, nimmt das Publikum mit auf einen Gang durch Raum und Jahrhunderte: In der Rolle der Interessenten für die Immobilie entpuppt sich die Führung durch das Kloster als Zeitreise.

Sieben Schauspielerinnen und Schauspieler schlüpfen in unterschiedlichste Rollen und erzählen spielend und singend aus der reichen Geschichte des Ordens. Die Weggefährten von Dominikus lassen die heftig geführte Diskussion, ob das Kloster tatsächlich verschenkt oder in eine Burnout-Klinik umgebaut werden soll, vorübergehend verstummen.

«So einfach lässt sich der dominikanische Geist nicht vertreiben», schmunzelt Theaterfrau Annette Windlin, welche sich in ihren Stücken sowohl als Schauspielerin als auch als Regisseurin schon mehrmals mit religiösen Stoffen auseinandergesetzt hat.

Die Inszenierung über fünf Stationen wird mit Live-Musik umrahmt. Das Stationentheater wurde u. a. von der Katholischen Kirche im Kanton Zürich und vom Verband der römisch-katholischen Kirchgemeinden der Stadt Zürich finanziell unterstützt.

Text: Pia Stadler

Angebot laufend

Di, 24. Mai, 19.30 Uhr: Katholische Kirche Dietlikon. Kollekte. Reservationen: 044 833 08 88, kirche@kath.-dietlikon.ch Do, 26. Mai/Fr, 27. Mai/Sa, 28. Mai, jeweils 19.30 Uhr: Predigerkirche Zürich. Ticket Fr. 35.–. Reservationen: 044 251 52 55, dominikus2016@bluewin.ch