Bistums-Umfrage abgeschlossen

Ein «Bistum Urschweiz» kann zu den Akten gelegt werden, ein «Bistum Zürich» wird weiter verfolgt. Das sagt Bischof Vitus Huonder in seiner Stellungnahme zu den Ergebnissen der Bistums-Umfrage. Eine Kommission soll weiter arbeiten.

Nach Abschluss und Auswertung der Umfrage zu einem möglichen «Bistum Zürich» schreibt Bischof Huonder in einem Brief, ein «Bistum Urschweiz» werde in der Umfrage mit vielen Argumenten und mehrheitlich abgelehnt.Dabei seien die Argumente aus allen Bistumsregionen ähnlich: Ein «Bistum Urschweiz» sei zu klein und aus finanziellen und personellen Gründen nicht überlebensfähig. Ausserdem sei es unklar, welche Kantone in ein solches «Bistum Urschweiz» einbezogen würden.
Zu diesem Schluss kommt auch der Ergebnisbericht zur Meinungsumfrage «Bistum Zürich/Bistum Urschweiz», den das Zentrum für Human Capital Management der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Winterthur auswertete und am 10. Mai fertig stellte.

Am «Bistum Zürich» will der Churer Bischof hingegen dranbleiben. Es hätten zwar mehr Umfrageteilnehmende dagegen argumentiert. Doch hier gehe es mehr um die Relevanz der Argumente für das längerfristige Wohl des Bistums und seiner Gläubigen, so Huonder. Auch den Aspekt einer besseren ökumenischen Zusammenarbeit mit der evangelisch-reformierten Kirche des Kantons Zürich nimmt er auf. Ausserdem hätten sich mehrere Kantons- regierungen und Körperschaften der Idee eines «Bistums Zürich» nicht grundsätzlich verschlossen.

Deshalb beauftragt der Bischof Generalvikar Josef Annen, mit der römisch-katholischen Körperschaft des Kantons Zürich zu klären, ob eine bischöfliche Kommission zum Thema erwünscht sei. Der Synodalrat will noch im Juni den Churer Vorschlag einer gemeinsamen Kommission behandeln, schreibt die Informationsstelle der Zürcher Kirche. Die meistgenannten Argumente für ein «Bistum Zürich» waren laut Ergebnisbericht folgende: Ein Bischof vor Ort sei sinnvoll für die Identifikation der Gläubigen; er könnte die Interessen und Anliegen der städtischen Bevölkerung besser vertreten; die Zahl der im Kanton wohnhaften Katholiken spreche dafür; Zürich sei das aktuelle Zentrum des Bistums; das heutige Bistum sei zu gross für einen Bischof.
Am häufigsten dagegen ins Feld geführt wurde: Die Restregionen würden stark geschwächt und wären nicht überlebensfähig. Die anderen Kantone kämen in personelle Schwierigkeiten. Die kirchliche Solidarität würde in Frage gestellt. Die Frage der Bischofswahl und die kirchenrechtliche Stellung wären unklar.

In der vom 7. bis 24. März durchgeführten Umfrage hatte das Bistum Chur nach der Einstellung zu einem «Bistum Zürich» und einem «Bistum Urschweiz» gefragt. Es habe sich um eine qualitative Umfrage gehandelt, die nicht primär nach Mehrheitsverhältnissen fragt, erklärt Huonder in seinem Brief. Im Ergebnisbericht sind entsprechend vor allem Argumente pro oder contra die diskutierten Bistümer, aber kaum konkrete Zahlen genannt.
375 Fragebögen waren dafür ausgewertet worden. Verschickt worden war die Umfrage an über 900 Adressaten – Priester, Diakone, Ordensleute, Beratungsgremien und Kirchgemeindepräsidenten.

Die Informationsstelle des Zürcher Synodalrates hält dazu fest: «Die meisten kantonalen Körperschaften beurteilen die Idee eines ‹Bistums Zürich› skeptisch bis ablehnend. Für Zürich war immer klar: Ein eigenes Bistum soll nicht gegen die anderen betroffenen Kantone durchgepeitscht werden, es braucht gegenseitiges Verständnis. Es sind auch vertiefte Abklärungen bezüglich des Mitspracherechts bei der Bischofswahl notwendig, für die Zürcher Kirche eine Grundvoraussetzung.
Schliesslich ist aus Zürcher Sicht die kategorische Ablehnung eines Doppel-Bistums Chur-Zürich noch nicht nachvollziehbar.»

Text: kath.ch/pd/bl