Spielgruppe für Migrantenkinder

Die Spielgruppe «Herzkäfer» belebt die Pfarrei St. Agatha und St. Josef in Dietikon. Initiiert wurde sie von Müttern mit ungarischen Wurzeln.

Am kleinen Tisch kneten drei Kinder. Zwei Buben fahren mit dem Bobbycar herum, ein dritter kommt dazwischen, es gibt kurz Streit. «Wir gehen nicht gleich dazwischen, sondern arbeiten nach dem Grundsatz von Maria Montessori ‹Hilf mir, es selbst zu tun›», sagt Magdalena Müller Gönczey, eine der beiden Leiterinnen der Spielgruppe Herzkäfer. Diese ist im Familienraum des Pfarreizentrums St. Agatha in Dietikon eingemietet und will fremdsprachige Kleinkinder spielerisch in die hiesige Sprache einführen. Montags und mittwochs sind ungarisch sprachige Kinder da. Der Dienstag ist für Kinder aller Sprachengruppen offen. Bereits dabei sind Kinder mit italienischen, nigerianischen und eritreischen Wurzeln.

Am kleinen Tisch kneten drei Kinder. Zwei Buben fahren mit dem Bobbycar herum, ein dritter kommt dazwischen, es gibt kurz Streit.

Am kleinen Tisch kneten drei Kinder. Zwei Buben fahren mit dem Bobbycar herum, ein dritter kommt dazwischen, es gibt kurz Streit. Foto: Christoph Wider/forum

«Wir gehen nicht gleich dazwischen, sondern arbeiten nach dem Grundsatz von Maria Montessori ‹Hilf mir, es selbst zu tun›», sagt Magdalena Müller Gönczey, eine der beiden Leiterinnen der Spielgruppe Herzkäfer.

«Wir gehen nicht gleich dazwischen, sondern arbeiten nach dem Grundsatz von Maria Montessori ‹Hilf mir, es selbst zu tun›», sagt Magdalena Müller Gönczey, eine der beiden Leiterinnen der Spielgruppe Herzkäfer. Foto: Christoph Wider/forum

Spielerisch lernen die Kleinen im Familienraum der Pfarrei die hiesige Sprache.

Spielerisch lernen die Kleinen im Familienraum der Pfarrei die hiesige Sprache. Foto: Christoph Wider/forum

Montags und mittwochs sind ungarisch sprachige Kinder da. Der Dienstag ist für Kinder aller Sprachengruppen offen. Bereits dabei sind Kinder mit italienischen, nigerianischen und eritreischen Wurzeln.

Montags und mittwochs sind ungarisch sprachige Kinder da. Der Dienstag ist für Kinder aller Sprachengruppen offen. Bereits dabei sind Kinder mit italienischen, nigerianischen und eritreischen Wurzeln. Foto: Christoph Wider/forum

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Ihr ältester Sohn habe in seiner deutschsprachigen Spielgruppe schwierige Zeiten erlebt, weil niemand ihn verstand, sagt Marta Farkasne Fegyver. Deshalb wollte sie eine ungarisch-schweizerdeutsche Spielgruppe gründen. Judit Schilling, engagierte Pfarreivertreterin in der Synode und gebürtige Ungarin, half bei der Organisation. Sie kontaktierte Müller, die ungarische Wurzeln hat und perfekt Schweizerdeutsch spricht. Seit November besuchen die beiden Leiterinnen dieselbe Ausbildung.

Farkasnes Flötenspiel lockt die Kinder auf die Matratze in der Ecke. Abwechselnd ungarisch und deutsch singen die Leiterinnen «Ich pflücke eine Banane». Es folgt das Schälen, Schneiden, Mixen und Trinken des Bananendrinks. Ungarisch sind alle Kinder dabei, schweizerdeutsch das eine oder andere. Schliesslich essen alle ihr mitgebrachtes Znüni am Kindertisch.
Die Spielgruppe Herzkäfer wurde Anfang März eröffnet. Die Mutter eines Buben reist extra dafür aus dem aargauischen Rudolfstetten an. Sie ist begeistert über die Leiterinnen und die Zweisprachigkeit, in der ihr Sohn sich wohlfühlt.

Die eigenen Räume öffnen und für die Menschen da sein, das sei die Aufgabe der Kirche, sagt Silvia Weiss. Sie ist verantwortlich für Familienseelsorge und Katechese in der Dietiker Pfarrei St.  Agatha und St. Josef. Im Familienraum des Pfarreizentrums findet auch einmal im Monat das Nuggi-Fiire statt, eine Wortgottesfeier für die Kleinsten. Am Mittwoch- und Freitagnachmittag treffen sich hier Mütter mit Kindern zu Schwatz und Spiel. Und bei schlechtem Wetter halten sich hier Pfadfinder und die Jubla auf, bei schönem steht der Pfarrgarten allen offen.

Text: Regula Pfeifer, freie Journalistin