Der Ritter, dein Freund und Helfer

Menschen mit und ohne Behinderung finden bei einem Ausflug des Zürcher Malteser Hospitaldienstes zusammen.

Vier Männer und Frauen im Rollstuhl, zwei Männer mit Behinderung zu Fuss und rund dreimal so viele, meist junge Betreuerinnen und Betreuer, ziehen über den Sechseläutenplatz. Das ist die Gruppe Cerebral der Zürcher Sektion des Malteser Hospitaldienstes auf ihrem monatlichen Montagabend-Ausflug.

Ein fröhliches Tänzchen nach dem Essen beschliesst den Ausflug der «Gruppe Cerebral» des Malteser Hospitaldienstes.

Ein fröhliches Tänzchen nach dem Essen beschliesst den Ausflug der «Gruppe Cerebral» des Malteser Hospitaldienstes. Foto: Christoph Wider

Vier Männer und Frauen im Rollstuhl, zwei Männer mit Behinderung zu Fuss und rund dreimal so viele, meist junge Betreuerinnen und Betreuer, ziehen über den Sechseläutenplatz.

Vier Männer und Frauen im Rollstuhl, zwei Männer mit Behinderung zu Fuss und rund dreimal so viele, meist junge Betreuerinnen und Betreuer, ziehen über den Sechseläutenplatz. Foto: Christoph Wider

Das ist die Gruppe Cerebral der Zürcher Sektion des Malteser Hospitaldienstes auf ihrem monatlichen Montagabend-Ausflug.

Das ist die Gruppe Cerebral der Zürcher Sektion des Malteser Hospitaldienstes auf ihrem monatlichen Montagabend-Ausflug. Foto: Christoph Wider

Der Malteser Hospitaldienst Schweiz ist mit rund 1000 Mitgliedern, Freiwilligen und Sympathisanten ein Werk des Malteserordens.

Der Malteser Hospitaldienst Schweiz ist mit rund 1000 Mitgliedern, Freiwilligen und Sympathisanten ein Werk des Malteserordens. Foto: Christoph Wider

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Susanne steuert ihren Rollstuhl und spricht mit Begleiterin Angela. Susanne macht seit 20 Jahren mit. Sie komme, wenn es ihr gut gehe, sagt sie. Angela ist seit sechs Jahren dabei. Sie ist über ihre Geschwister zum Hospitaldienst gestossen, hat erst das Maltacamp – ein Lager von Jugendlichen mit und ohne Behinderung – besucht und ist so zur Gruppe Cerebral gestossen. Die wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Zürich findet es schön, mit Menschen zusammen zu sein, die sie sonst kaum kennen lernen würde. «Über die Jahre entwickeln sich Freundschaften», sagt sie. Hier liessen sich christliche Werte umsetzen.

Im Bauschänzli angekommen, stellen sich einige vor die Menütafel. Susanne hat bald entschieden. Länger geht es bei André. Der junge Mann im Rollstuhl kann nicht sprechen. Pierre, sein Begleiter, liest ihm vor und schaut, wie er reagiert. Beim Essen unter freiem Himmel reicht er ihm geduldig Löffel für Löffel. Später verständigt sich eine Begleiterin mit André mit Hilfe eines Übersetzungsbuchs. Eine andere tanzt mit dem Mann mit Gleichgewichtsproblemen zur Livemusik.

«Es gefällt mir, für andere da zu sein», sagt die Leiterin der Zürcher Sektion des Malteser Hospitaldienstes, Verena Vorwerk. Die Hotelfachfrau ist seit 13 Jahren für den Hospitaldienst aktiv und Mitglied des Malteserordens. «Unser Motto ist: Einstehen für den Glauben und für Bedürftige», sagt sie. Die anwesenden Behinderten seien «Stammgäste», manche schon mit den Maltesern nach Lourdes gepilgert.

Die Zürcher Sektion unterstützt seit 40 Jahren Multiple-Sklerose-Betroffene, Muskel- und Demenzkranke und Mitglieder der Vereinigung Cerebral. Ihr neustes Projekt – mit der Johanniter Hilfsgemeinschaft – ist eine Tischlein-deck-dich-Abgabestelle in Heilig Kreuz Altstetten.

Der Malteser Hospitaldienst Schweiz ist mit rund 1000 Mitgliedern, Freiwilligen und Sympathisanten ein Werk des Malteserordens. Dieser kirchlich anerkannte Laienorden hat eine neunhundertjährige pflegerische und militärisch-ritterliche Tradition.

Text: Regula Pfeifer, freie Mitarbeiterin