Orthodoxes Konzil

Ende Juni fand auf Kreta das Orthodoxe Konzil statt. Während einer Woche berieten 166 Delegierte aus zehn eigenständigen orthodoxen Kirchen sechs Dokumente und verabschiedeten sie einstimmig.

Besonders kontrovers und langwierig war die Diskussion über das Papier zu den Beziehungen der orthodoxen Kirche zur übrigen christlichen Welt. Dabei ging es vor allem darum, ob die nichtorthodoxen Kirchen auch als «Kirche» bezeichnet werden sollten.

An der Schlussversammlung durften auch die 15 eingeladenen «Beobachter» aus anderen Kirchen teilnehmen. Unter ihnen waren der vatikanische «Ökumeneminister», Kardinal Kurt Koch, und der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm.

Der Ökumenische Patriarch Bartholomaios I. von Konstantinopel bezeichnete das Konzil als «grosses Ereignis im Leben der orthodoxen Kirche». An die ökumenischen Gäste gewandt, betonte der Patriarch seine Dankbarkeit über ihre Anwesenheit und dafür, dass sie und ihre Kirchen für den Erfolg des Konzils gebetet hätten.

«Wir alle bestätigen den Wert des Dialogs mit allen christlichen Kirchen.» Ausserdem hob Bartholomaios I. hervor, das Patriarchat von Konstantinopel sei schon seit 100 Jahren ein «Vorreiter der ökumenischen Bewegung» gewesen und habe zu den Gründungsmitgliedern des Ökumenischen Rates der Kirchen und der Konferenz Europäischer Kirchen gehört.

Überschattet wurde das seit mehr als fünf Jahrzehnten vorbereitete Konzil durch die kurzfristige Absage von vier Kirchen, darunter die russisch-orthodoxe Kirche, der mehr als die Hälfte aller orthodoxen Gläubigen weltweit angehören.

Text: kath.ch