Kulturtipps

Wir empfehlen einen Vortragsabend zum grössten Glasbildzyklus von Ferdinand Gehr in der katholischen Kirche St. Felix und Regula, den Film «Un juif pour l'exemple», die Denkmal-Tage, sowie die Ringvorlesung «Zürich im Mittelalter - Mittelalter in Zürich»

Glasfenster

Es gibt in Zürich neben den Chagall- und Polke-Fenstern auch in einer katholischen Kirche einen bedeutenden Glasbildyklus. Es handelt sich um ein Werk von Ferdinand Gehr, einen 1954 entstandenen Zyklus, der knapp unter der Flachkuppel von St. Felix und Regula als Kranz von 178 Kirchenfenstern verläuft. Bisherige Versuche, dieses Kunstwerk professionell zu fotografieren, gelangen nur teilweise oder scheiterten daran, dass die Fenster in cirka zehn Metern Höhe liegen und der Blick teilweise durch vor ihnen stehenden Säulen gestört wird. Schliesslich konnte der in Gebäudefotografie spezialisierte Fotograf Nick Brändli für das Projekt gewonnen werden. Um die Verzerrung der Perspektive zu korrigieren, verwendete er dafür ein Hochstativ mit einer darauf montierten Roboterkamera.
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Dienstag, 13. September 2016, 19.30
«Ferdinand Gehrs grösster Glasbildzyklus»
Referat von Peter Killer, Kunstkritiker und Kurator
St. Felix und Regula, 8004 Zürich, Nähe Hardplatz
anschliessend Apéro
www.felixundregula.ch

Filmtipp

Payerne, 1942: Eine Gruppe Frontisten schwört einen Eid auf Nazideutschland. Um sich Adolph Hitler gefällig zu erweisen, beschliessen die Männer, den jüdischen Viehhändler Arthur Bloch zu ermorden. Beim Viehmarkt in Payerne locken sie ihn in einen Hinterhalt und schlachten ihn ab, als wäre er Vieh. Der in Payerne aufgewachsene Schriftsteller Jacques Chessex erinnert 70 Jahre später in seinem Buch «Un juif pour l'exemple» an diese menschenverachtende Tat. Dafür wird er als «Nestbeschmutzer» angefeindet. Regisseur Jacob Berger hat Chessex‘ Erinnerungen zu einem erschütternden Spielfilm verarbeitet, in dem er wichtige Fragen zur Vergangenheitsbewältigung und zum Umgang mit der Schweizer Geschichte im Nationalsozialismus aufwirft.
Laura Lots, Redaktion Medientipp

«Un juif pour l'exemple»
Schweiz 2016
Regie: Jacob Berger. Besetzung: Bruno Ganz, André Wilms …
Ab 9. September im Kino.
Spielzeiten und -orte: www.arthouse.ch

Denkmal-Tage

Oasen, die grünen Gärten mitten in der Wüste, sind oftmals winzig klein, verglichen mit der Einöde, die sie umgibt, aber immer lebens- wichtig. Im Rahmen der Europäischen Tage des Denkmals werden lebende Denkmäler wie Gärten, Parks und Oasen aller Art zugänglich, einige davon exklusiv. Viele sind bedroht oder bereits zerstört: Man hält das bisschen Grün im Vorplatz für selbstverständlich und vermisst es erst, wenn es asphaltiert ist. Und die Parks der altehrwürdigen Villen, die bereits vor Jahrzehnten durch Schiene und Strasse zerstückelt worden sind, können gar nicht mehr in ihrer ursprünglichen Form wahrgenommen werden.
ps

«Europäische Tage des Denkmals: Oasen»
10./11. September 2016
www.hereinspaziert.ch

Ringvorlesung

Zürich im Mittelalter – Mittelalter in Zürich

Die Ringvorlesung «Zürich im Mittelalter – Mittelalter in Zürich» will den Blick in die Vergangenheit richten und beispielsweise zeigen, welche Bedeutung unsere Stadt im Mittelalter hatte, welche geistes- und kulturgeschichtlichen Anregungen von hier ausgingen, wie Gesellschaft und Stadt aufgebaut waren, welche Dichter, Künstler oder Denker hier lebten und wirkten. Sie soll auch das reiche Erbe beleuchten, welches aus dem Mittelalter auf uns gekommen ist und dem man noch heute auf Schritt und Tritt begegnen kann.

Eine Auswahl aus dem Programm:

20. September 2016
Bücher, Schulen, Bibliotheken. Zürichs (langer) Weg zum Humanismus

11. Oktober 2016
Abkehr vom Mittalter? Zu den Wurzeln von Zwinglis Bildkritik

18. Oktober 2016
Zürichs Stadtheilige: Geschichte und Legende

08. November 2016
Die Rotunde des Fraumünsters. Eine archäologische und kunsthistorische Spurensuche

22. November 2016
Frauenpower im Mittelalter: Kunst und Kultur in Zürichs Frauenklöstern

29. November 2016
Zürich als Literaturort im Spätmittelalter

13. Dezember 2016
Der «Minnemeister»: Eine neu entdeckte Buchmalerpersönlichkeit des frühen 14. Jahrhunderts im Umfeld der Manesse Liederhandschrift und der Katharinentaler Chorbücher

Die Vorträge finden jeweils dienstags von 16.15 bis 18.00 Uhr statt und sind öffentlich.
Deutschen Seminar der Universität Zürich, Schönberggase 2, Raum SOD 102, Zürich

Vollständiges Programm: www.mediaevistik.uzh.ch

Text: Redaktion forum