Im Königsgewand

In Niederhasli bringen ökumenische Sternsinger Segen in die Häuser. Unter dem Motto «Respekt für dich, für mich, für andere» helfen sie Kindern in Bolivien.

An diesem regnerischen Samstagnachmittag sind wohl viele Kinder zu Hause und verbringen die Zeit mit ihren Weihnachtsgeschenken. Andere aber sind draussen unterwegs. In Niederhasli haben sich 26 Kinder auf den Weg gemacht, um den Segen in die Häuser zu bringen. Sie sind aufgeteilt in drei Gruppen und gehen zu Menschen, die sich den Besuch der Sternsinger gewünscht und sich dafür angemeldet haben.

Dass es in diesem Jahr nicht nur katholische Haushalte sein werden, ist besonders der Verantwortlichen Cornelia Wicki zuzuschreiben. Da sie als Katechetin sowohl in der katholischen als auch in der reformierten Kirchgemeinde arbeitet, kam ihr die Idee, den Besuch der Sternsinger auch in beiden Kirchgemeinden anzubieten. So macht auch gut ein Drittel der Kinder aus der reformierten Kirchgemeinde mit.

In Niederhasli liessen sich die Sternsinger auch vom garstigen Regenwetter nicht aufhalten.

In Niederhasli liessen sich die Sternsinger auch vom garstigen Regenwetter nicht aufhalten. Foto: Oliver Sittel

Am Dreikönigstag klopften die Sternsinger auch am Bischofshaus in Freiburg an die Tür: Sie segneten das Haus und alle Menschen, die dort ein- und ausgehen.

Am Dreikönigstag klopften die Sternsinger auch am Bischofshaus in Freiburg an die Tür: Sie segneten das Haus und alle Menschen, die dort ein- und ausgehen. Foto: Missio/Bernet

Die Sternsinger wurden von Weihbischof Alain de Remy und Generalvikar Alain Chardonnens empfangen.

Die Sternsinger wurden von Weihbischof Alain de Remy und Generalvikar Alain Chardonnens empfangen. Foto: Missio/Bernet

1 | 1

Die Andacht zur Aussendung wird von der reformierten Pfarrerin Yvonne Meitner geleitet. Meitner wurde von Cornelia Wicki angesprochen und hat sofort zugesagt: «Ich finde es eine tolle Sache, dass die Kinder unterwegs sind, den Segen bringen und gleichzeitig für andere Kinder sammeln.» Cornelia Wicki fügt hinzu, dass es wichtig ist, gemeinsam Projekte zu unter- stützen: «Ich finde es schade, dass heute immer noch eine Hemmschwelle zur Ökumene besteht. Wo es um Wichtiges geht, sollte man sich doch miteinander dafür öffnen.» Mit einfühlsamen Worten bereitet Pfarrerin Meitner die Kinder auf ihre Aufgabe vor und erteilt ihnen den Segen, den sie dann in die Häuser bringen dürfen.

Die Sternsinger, die sich nach der Aussendung zu Fuss auf den Weg durch Niederhasli machen, tragen eine Mischung von wärmender Kleidung und farbigen Königsgewändern. Das nasse Wetter macht ihnen ebenso wenig aus, wie die verwunderten Blicke der wenigen Menschen, die ihnen auf der Strasse begegnen. An der ersten Haustür angekommen, werden die Sternsinger von Familie Sinnappu herzlich begrüsst. Sie singen Lieder, stellen die Figuren vor, die sie darstellen, und bringen den Segen. Gleichzeitig machen sie mit ihrem Besuch darauf aufmerksam, dass es andere Kinder in der Welt gibt, die in Armut leben müssen. Für sie sammeln sie Spenden. Frau Sinnappu ist es wichtig, zu unterscheiden: «Wir möchten gern den Segen für unser Haus erhalten. Dazu ist es toll, dass die Kinder für andere Kinder sammeln, denen es nicht gut geht. Es ist wichtig, etwas zu geben!»

Text: Oliver Sittel

Angebot laufend

Die diesjährige Aktion Sternsinger von missio nimmt den gegenseitigen Respekt in den Blick. Das gesammelte Geld kommt 400 benachteiligten Kindern in Bolivien zugute.

Foto: Sonja Marty-Fuchs/Missio/zvg