Besinnung mitten im Fluglärm

Die Flughafenseelsorge in Zürich-Kloten hat neue Räumlichkeiten bezogen. Am Bettag wurde im interreligiösen Andachtsraum im Check-in 2 der erste Gottesdienst gefeiert.

«Flughafenkirche» steht auf der Glastüre an prominenter Lage beim Ausgang zur Zuschauerterrasse. Sie gibt den Weg frei zu einem grosszügigen Gebetsraum, angrenzend ein Meditationsraum, ein Foyer, Teeküche und Büros. Es riecht neu hier. Am 7. September ist die Seelsorge am Flughafen vom Check-in 1 ins Check-in 2 gezügelt. An diesem Sonntag, zehn Tage später, findet der erste Gottesdienst statt. Es ist der letzte für den reformierten Pfarrer Walter Meier, der nach 19 Jahren in Pension geht und die Nachfolge Pfarrer Stephan Pfenninger übergibt. Die Besucher kommen in Scharen.

Pastoralassistentin ­Andrea Thali, Dienst­älteste im ökumenischen Team der Flughafen­seelsorge.

Pastoralassistentin ­Andrea Thali, Dienst­älteste im ökumenischen Team der Flughafen­seelsorge. Foto: Oliver Sittel

Am 17. September fand der erste Gottesdienst in der neuen Flughafenkirche statt. Es war zugleich der letzte für den reformierten Pfarrer Walter Meier, der nach 19 Jahren in Pension ging.

Am 17. September fand der erste Gottesdienst in der neuen Flughafenkirche statt. Es war zugleich der letzte für den reformierten Pfarrer Walter Meier, der nach 19 Jahren in Pension ging. Foto: Oliver Sittel

Die Flughafenkirche will eine Oase der Ruhe sein.

Die Flughafenkirche will eine Oase der Ruhe sein. Foto: Oliver Sittel

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Im Andachtsraum wandert das Auge dem Muster der durchbrochenen und hinterleuchteten Holzwand entlang hin zu einem schlichten Altar, zu Ambo und Kerzenkorpus. Von der grauen Akustikdecke hängt ein Beamer herab. Hinten im Gestell liegen Bibel- und Koranausgaben. Darunter eingerollt ein paar Gebetsteppiche.

Als Meilenstein bezeichnet Andrea Thali die neuen Räumlichkeiten. Die Pastoralassistentin ist seit 16 Jahren in der Flughafenseelsorge tätig. «Unter dem neuen Namen Flughafenkirche ist unsere Seelsorgestelle zentral gelegen, bietet sehr viel Platz und vereint erstmals all unsere Räume an einem Ort.» Der zentrale Standort wirkt sich positiv auf die Besucherzahlen aus: «Aufgrund der Nähe zur Zuschauerterrasse kommen vermehrt Familien mit Kindern, um eine Kerze anzuzünden», erklärt Andrea Thali.

Rund 100 000 Menschen bewegen sich täglich durch den Flughafen. Die Flughafenkirche will eine Oase der Ruhe sein, interreligiöse Räume für Gebet und Meditation sowie einen Ort für vertrauensvolle Gespräche anbieten.

Welchen Stellenwert hat sie für den Flughafen-CEO? «Die Flughafenkirche bildet einen Rückzugsort, der von Reisenden und Mitarbeitenden gleichermassen geschätzt wird. Der Flughafenbetrieb läuft gut geölt wie eine Maschine, aber daneben gibt es Menschen mit Schicksalen und Geschichten, für welche die Flughafenseelsorge eine wichtige Anlaufstelle und manchmal ein letztes Auffangnetz ist. Sie verleiht dem Flughafen menschliche Wärme», erklärt Stephan Widrig.

Das Kreuz, das an diesem Morgen auf dem Altar steht, ist unauffällig. Nach dem Gottesdienst wird es weggestellt. Der Gebetsraum soll allen Glaubensrichtungen gleichberechtigt Heimat bieten. Er setze ein Zeichen, sagt Andrea Thali. «Bei uns sind alle Menschen willkommen.»

Text: Pia Stadler

Angebot laufend

Flughafenkirche

Terminal Check-in 2
bei der Zuschauerterrasse
Täglich 24 h geöffnet
Telefon 043 816 57 57