Spotlight: Namen

Je tiefer man in die Geschichte eindringt, umso spannender wird diese: Die Alphabete, in denen Bibel und Koran aufgeschrieben wurden, stammen von den gleichen Ur-Schriftzeichen ab.

Man hört es immer wieder: «Der Islam hat mit uns – hier – nichts zu tun.» Dieses Missverständnis kann schnell aufgeklärt werden: 5 Prozent der Menschen, die sich in der Schweiz aufhalten, sind Muslime. Die Relevanz von 5 Prozent sollte nicht kleingeredet werden. Minderheitenschutz beginnt schon viel früher und sprachstatistisch beträgt die Gruppe der italienischsprachigen Menschen in der Schweiz um die 6 Prozent. Es kommt also auf die Perspektive an. Richtig ist, dass der Islam nicht in Europa entstanden ist – aber das Christentum auch nicht, denn es war ursprünglich «keine abendländische Religion» (Zitat: Navid Kermani). Das Christentum kann als eine orien­talische Religion verstanden werden. Sie entstand am Rande des Römischen ­Reiches.

Je tiefer man in die Geschichte eindringt, umso spannender wird diese: Die Alphabete, in denen Bibel und Koran aufgeschrieben wurden, stammen von den gleichen Ur-Schriftzeichen ab. Judentum, Christentum und Islam ringen seit ewigen Zeiten um Fragen des Eingottglaubens und um die Rolle der Frauen im System. Handamulette und viele andere Symbole werden in den drei Religionen übergreifend verwendet.

Wer sich traut, kann es wagen, ein Spiel mitzumachen: Wer kennt eine der folgenden Personen aus dem Koran mit ihrem biblischem Namen? Ibrahim, Jussuf, Musa, Da’ud, Suleiman, Maryam, Issa. Sie kommen alle vor – und es lohnt sich, ihre Geschichten zu vergleichen.

Auflösung: Abraham, Josef, Mose(s), David, Salomon, Miriam/Maria, Jesus.

Text: Florian Lippke, Bibel+Orient Museum

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Grafische Anordnung der Prophetennamen (19.Jh.) | I 2008.1

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