Resten-Zmittag statt Abfall

In der Katholischen Hochschulgemeinde aki wird jede Woche ein Mittagessen aus Lebensmitteln angeboten, die vor dem Wegwerfen bewahrt wurden.

Bis 70 Studentinnen und Studenten sitzen in der Cafeteria im Haus der Katholischen Hochschulgemeinde aki – im Sommer auch im Garten – und geniessen ein feines Mittagessen. «Das haben wir aus übrig gebliebenen Speisen eines Restaurants zubereitet», erklärt Silvia Berchtold zur Eröffnung des Buffets. Dann bittet die junge Musikerin, die zu einem kleinen Pensum bei aki angestellt ist, um Hilfe beim Abwasch und Abräumen. «Genügend Freiwillige, die nachts die Speisen holen, in der Küche aufwärmen, aufs Buffet bringen oder abwaschen, haben sich bisher jedes Mal gefunden», freut sie sich.

Jeden Mittwoch kommen im aki Essensreste auf den Tisch.

Jeden Mittwoch kommen im aki Essensreste auf den Tisch. Foto: Christoph Wider/forum

«Oft kommen so viele Leute, dass wir fast Platzmangel haben», sagt Initiantin Silvia Berchtold.

«Oft kommen so viele Leute, dass wir fast Platzmangel haben», sagt Initiantin Silvia Berchtold. Foto: Christoph Wider/forum

Essen nicht wegzuschmeissen, hat etwas mit verantwortungsvollem Umgang mit der Schöpfung zu tun.

Essen nicht wegzuschmeissen, hat etwas mit verantwortungsvollem Umgang mit der Schöpfung zu tun. Foto: Christoph Wider/forum

1 | 1

Die Idee, etwas gegen Lebensmittelverschwendung zu unternehmen, hatte Silvia Berchtold vor einem Jahr. «Für mich ist es auch ein christliches Anliegen, Essen nicht wegzuschmeissen. Es hat etwas mit verantwortungsvollem Umgang mit der Schöpfung zu tun», erklärt die zierliche Rotblonde mit Brille. Das Team um aki-Leiter Franz-Xaver Hiestand fand die Idee faszinierend und wollte sie rasch umsetzen. Das aki bevölkern, gemeinsam essen, ins Gespräch kommen: Das passt zur Ausrichtung der Hochschulgemeinde. So begann Silvia Berchtold Quartierläden nach Speisespenden abzuklappern. «Es war mühsam, zu vielen einzelnen Läden zu gehen, alles mit dem ÖV zu transportieren und daraus auch noch etwas Sinnvolles zu kochen, da man ja vorher nie wusste, was man bekommt», erzählt sie. Aber sie blieb dran, telefonierte immer wieder mit Restaurants oder Lebensmittelgeschäften. Häufig waren strenge Auflagen der Grund, warum die Esswaren nicht weitergegeben werden konnten, zum Beispiel die richtige Kühlung oder in welchen Boxen das Essen transportiert wird.

Aber dann – wie aus dem Nichts – sagte ein Restaurant zu, dass regelmässig Mittwochabend ab 23 Uhr die übrig gebliebenen Speisen abgeholt werden könnten. Silvia Berchtold war überrascht, wie unbürokratisch und schnell auf einmal alles ging. So fährt sie jeden Mittwoch los und holt mit Helfern die Essensreste, die am nächsten Mittag im aki auf den Tisch kommen. «Oft kommen so viele Leute, dass wir fast Platzmangel haben», sagt Silvia Berchtold. «Besonders freut mich, dass wir mit dem Geld unseres Spendenkässelis Projekte von Studierenden oder ‹Jesuiten weltweit› unterstützen können.»

Text: Kerstin Lenz

Angebot laufend

Food-Waste-Mittagessen

Immer Donnerstag
12.00–13.15 Uhr
aki, Hirschengraben 86
Ohne Anmeldung