Schule im Wandel

Romeo Steiner war 13 Jahre Präsident des Vereins «Freie Katholische Schulen Zürich». In dieser Zeit hat sich viel verändert. Das christliche Leitbild der Katholischen Schulen jedoch ist geblieben.

«Eine Privatschule ist ein Unternehmen, das im Wettbewerb bestehen muss», sagt Romeo Steiner. Wichtig sei die gute Qualität des Unterrichtes, und die hänge stark an den Lehrpersonen: «Ihnen muss ich ein Kränzli winden, sie engagieren sich sehr.» Das Angebot müsse aber laufend an wandelnde Bedürfnisse angepasst werden.

In den 13 Jahren seiner Amtszeit wurde das Katholische Gymnasium neu bis zur Matur geführt und auf zwei Parallelklassen erweitert. In der Sekundarstufe blieb man bei der Unterteilung in Sek A und B, damit der Klassenverband intakt bleibt und die Lehrpersonen die Jugendlichen persönlicher begleiten können, wobei Umstufungen am Semesterende möglich sind. Dazu kam eine spezielle Mittelschulvorbereitungs-Klasse und die Erweiterung der Primarstufe ab der 4. Klasse.


Besonders stolz ist Romeo Steiner auf den Erweiterungsbau Kreuzbühl, den er von Beginn weg begleitet hat. Die Bauphase – kurz vorher war auch beim Schulhaus Wiedikon von der Pfarrei gebaut worden — habe wohl zu den in den letzten Jahren gesunkenen Schülerzahlen beigetragen. «Doch jetzt sind es bereits wieder zehn Prozent mehr Schüler.» Er ist zuversichtlich, dass bald das ursprüngliche Niveau von über 700 Schülerinnen und Schülern erreicht wird: «Auch durch das neue Langgymnasium sowie die 2017 startenden Vorbereitungsklassen in der 6. Primar aufs Gymi oder die Sek A.» Auf der Oberstufe wird in der Sek B eine spezielle Förderung mit Blick auf den Übertritt in die Sek A angeboten.


«Wichtig ist das christliche Leitbild der Schule, die jedoch nicht abhängig ist von einer kirchlichen Stelle», sagt Romeo Steiner. «Generalvikar Josef Annen ist Mitglied im Schulrat und leitet die religiöse Weiterbildung der Lehrpersonen.» Finanziell ermögliche der Beitrag der Katholischen Körperschaft, dass das Schulgeld nach Einkommen gestaffelt ist und somit weniger begüterte Familien ihre Kinder in die Schule schicken können.

«Ich bin dankbar für diese spannende Zeit im Einsatz für die Katholischen Schulen», meint Romeo Steiner rückblickend. Auch wenn er das Schulpräsidium nun an Willy Bischofberger (ETH-Dozent und Kirchenpflegepräsident in Küsnacht) abgegeben hat, wird es ihm nicht langweilig: nebst der Leitung des eigenen Betriebes ist er weiterhin Präsident von Kirchenpflege und Stiftung Alterswohnfürsorge der Pfarrei Herz Jesu Oerlikon.

Text: Beatrix Ledergerber-Baumer