Film «Le Confessioni»

Charles Martig empfiehlt einen Thriller mit doppeltem Boden.

In einem Luxushotel an der Ostsee findet ein G8-Gipfel statt. Der Direktor des Internationalen Währungsfonds lädt dazu einen italienischen Mönch ein, um bei ihm zu beichten. Am nächsten Tag ist der IWF-Direktor tot. Der Mönch ist an das Beichtgeheimnis gebunden, das er auch in dieser schwierigen Lage wahrt. Trotz Druckversuchen schützt er das Geheimnis. Regisseur Roberto Andò spielt geschickt auf einer doppelten Ebene: Der Mönch ist eine Art Medium, das die Verbindung zwischen der Sphäre der Elite und dem normalen Leben herstellt. «Le Confessioni» ist deshalb mehr als nur ein Kriminalfilm mit Suspense, Mord und Auflösung. Es handelt sich um eine subtile Reflexion über Werte und Lebensweisen.

Charles Martig, kath.ch

«Le Confessioni» Frankreich/Italien 2016. Regie: ­Roberto Andó. Besetzung: Toni Servillo, ­Daniel Auteuil, Connie Nielsen… ­Verleih: Xenixfilm. Ab 1. Dezember im Houdini, Zürich.

Text: Charles Martig, kath.ch