Mail aus Abu Dhabi

Wie geht denn eigentlich ein Weihnachtseinkauf in einem arabischen Land?

Gar kein Problem. Zu «Jingle Bells» lässt es sich in den grössten Shopping Malls der Welt, etwa in
der «Dubai Mall», ganz bequem bummeln. In der «Mall of the Emirates» kann man nach dem Bummel sogar noch ein paar Schwünge tun: In einer gigantischen Halle erwartet den Skibegeisterten eine 400 Meter lange Skipiste in einer winterlichen Umgebung mit Kunstschnee und frostigen –2°.

Man muss das mögen. Ich mag’s nicht. Nur wenn es sein muss, nehme ich den Weg in eine dieser Malls, die das Land überziehen wie ein Spinnennetz.

Es gibt in Arabien viel sympathischere Arten des Shoppings. Zum Beispiel: den Souk, das scheinbar endlose Gewirr orientalischer Märkte in den kleinen Gassen arabischer Altstädte. Unser Department für Katechese hat sogar einen Stammladen in einem solchen Souk: In Muscat, der Hauptstadt des Oman, ist Ali Baba, einer der unzähligen Händler, unserem Team ganz besonders ans Herz gewachsen. Bei jedem Besuch in Muscat kehren wir sicher bei ihm ein.

Und er hat eine besondere Art der Kundenbindung: Statt eine Cumulus-Card auszugeben, verewigt Ali Baba seine treusten Kunden auf seiner «Celebrity-Wall».

Seit November letzten Jahres hängt nun ein Bild unseres Teams neben Ex-US-Aussenminister
John Kerry in Ali Babas Laden. Mich rührt’s nicht so sehr. Als wir vor einigen Wochen mal wieder dort waren, konnte ich bei seinem Nachbarn den Weihrauch auf ein Drittel von Ali Babas Preis herunterhandeln. Auch ohne Kundenbindung.

Text: Martin Stewen