Eine Krippe wie in Bethlehem

Seit kurzem steht in der Kirche St. Mauritius Regensdorf eine orientalische Krippenlandschaft: Ein Geschenk des Krippenbauvereins Koblach-Altach.

Vor den 120 Krippen im Koblacher Gemeindesaal drängen sich bewundernde Menschen, darunter die 65 Regensdorfer Pfarreimitglieder, die zur Krippenausstellung ins Vorarlberg angereist sind. Mal stehen Maria und Josef vor einem mit Schnee bedeckten Chalet, dann in einer Bergkirche, in einer Höhle oder unter orientalischen Ruinen. Wurzeln, Äste und Moos gestalten die Landschaften, die in stundenlanger Kleinarbeit hergestellt wurden. 

«Ab September leiten wir jedes Jahr Krippenkurse, wo jedermann seine eigene Krippenlandschaft bauen lernt», sagt Kurt Mattle, der neue Obmann des Krippenbauvereins Koblach-Altach. «Die Krippen faszinierten mich, weil ich glaube, was ich darstelle: die Geburt unseres Heilandes.» Damit steht Mattle ganz in der Tradition seines im Sommer verstorbenen Vorgängers, Krippenbaumeister Peter Stark, von dem er sagt: «Die Liebe zum Glauben war die Grundlage jeder seiner Krippen.»

Das hat auch den Regensdorfer Pfarrer Remo Eggenberger berührt: «Seit in meiner Heimatpfarrei Berneck eine Krippe von Peter Stark steht, bin ich vom Krippenbauvirus angesteckt», gesteht er. Als Seminarist reiste er Samstag für Samstag ins nahe Vorarlberg, um dort selber unter Starks Anleitung eine Krippe zu bauen. Als er vor vier Jahren in Regensdorf seine erste Pfarrstelle antrat, wünschte er sich auch für seine Kirche eine Krippenlandschaft, in der man staunend immer wieder neue Details entdeckt. 

«Eine Kirchenkrippe bauen, das ist die Königsdisziplin», sagt Obmann Mattle. Die Krippenbaumeister bauen diese ehrenamtlich. Die Regensdorfer Kirchenstiftung zahlt das Material und die Krippenfiguren. Die ganze Landschaft hat hauptsächlich Peter Stark in rund 300 Arbeitsstunden gebaut – «buchstäblich bis zu seinem letzten Atemzug», sagt Pfarrer Eggenberger. Stark litt an Lungenkrebs, die Regensdorfer Krippe ist sein letztes Werk und bekommt dadurch für die Pfarrei St. Mauritius eine ganz besondere Bedeutung. Pfarreimitglied Emma von Ballmoos erinnert die orientalische Krippenlandschaft an eine Pfarreireise nach Israel: «Die Krippe sieht genauso aus, wie wir es dort erlebt haben. Ich bin hell begeistert!

Text: Beatrix Ledergerber-Baumer