Synode: Überschuss statt Defizit

An der Synodensitzung vom 1. Dezember 2016 stand die Debatte des Budgets 2017 im Mittelpunkt.

Über den Voranschlag der Zentralkasse für 2017 wurde intensiv und ausführlich beraten. Das vom Synodalrat vorgelegte Budget sah bei einem Aufwand von knapp 60,8 Millionen Franken ein Defizit von knapp 76 000 Franken vor. Die Finanzkommission der Synode unterstützte in ihrem Antrag zwar ohne Abstriche die Vorlage des Synodalrats, wies aber eindringlich darauf hin, dass die erst im Juni 2016 vorgelegte ordentliche Finanzplanung von einem Überschuss ausgegangen war.

In seinem Eingangsvotum erläuterte der Präsident der Finanzkommission Peter Brunner differenziert und prägnant die Fragen, welche sich für die Finanzkommission – bei aller Übereinstimmung mit dem Synodalrat – stellen, insbesondere was die mittelfristige Finanzplanung betrifft.

Im Laufe der Debatte kam es schliesslich zu mehreren Kürzungsanträgen. Da derzeit kein konkretes Projekt vorliegt, wurden 100 000 Franken für Auslandhilfe gestrichen, wobei die Zentralrechnung bei aktuellen Ereignissen auf Antrag nach wie vor über Ressourcen zur Nothilfe im Ausland verfügt.

Beschlossen wurde schliesslich die Streichung eines Beitrags von insgesamt gut 23 000 Franken an die Synodalen für die private Benützung ihrer IT-Infrastruktur. Und auch der neu ins Budget aufgenommene Beitrag von 40 000 Franken für kirchliche Auftritte im Rahmen von Events wie beispielsweise dem Zurich Film Festival fand keine Mehrheit.

Ein Kürzungsantrag bei den Mitteln für die Missione Cattoliche di Lingua Italiana wurde dagegen abgelehnt. Damit wird im schliesslich mit 83 zu 2 Stimmen verabschiedeten Voranschlag, anstatt ein Defizit ein Überschuss von knapp 100 000 Franken budgetiert.

Der Finanzreferent des Synodalrats, Daniel Otth zeigte sich am Ende der langen, engagiert aber fair geführten Debatte erfreut über die darin zum Ausdruck gekommene lebendige parlamentarische Kultur.

Text: Thomas Binotto

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An der Sitzung vom 1. Dezember 2016 wurde von der Synode mit 91 zu 0 Stimmen bei 2 Enthaltungen die folgende Resolution verabschiedet:

«Im Jahr 2017 steht die Nachfolgeregelung für Bischof Vitus Huonder an. Die Sorge um eine versöhnliche Lösung
im Bistum Chur ist von verschiedenen Seiten an die Synode der Römisch-katholischen Körperschaft des Kantons Zürich herangetragen worden. Als Zeichen dieser Sorge versteht die Synode auch die zuletzt öffentlich gemachten Bekundungen (Interview mit Generalvikar Kopp, Petition der Allianz ‹Es reicht!›, Stellungnahme Churer Priesterkreis).

Die Synode ist die Stimme von 101 getauften Frauen und Männern. Als legislative Vertretung von zirka 400 000 Katholikinnen und Katholiken erachtet die Synode die Befriedung der gegenwärtigen Situation als höchst prioritäres Anliegen für eine glaubwürdige Kirche. Die Spaltung des Bistums soll überwunden werden. Im Zentrum sollen die Entfaltung des kirchlichen Lebens, der Dienst an der Gemeinschaft, die Zusammenarbeit in der Ökumene sowie der gesellschaftliche und interreligiöse Dialog stehen.

Die Synode erwartet für die Bischofsnachfolge eine friedensstiftende Persönlichkeit, die mit den pastoralen und gesellschaftlichen Verhältnissen der Diözese Chur vertraut ist, die Seelsorge im Bistum aus eigener Erfahrung kennt, im Bistum verankert und akzeptiert ist sowie konstruktiv mit den staats-kirchenrechtlichen Instanzen zusammenarbeitet gemäss der Vereinbarung zwischen der Schweizerischen Bischofskonferenz und der Römisch-Katholischen Zentralkonferenz der Schweiz.

Die Synode stützt ihre Anliegen auf die Leitvorstellungen von Papst Franziskus in seinem Apostolischen Schreiben ‹Evangelii Gaudium›, das auch an die christgläubigen Laien gerichtet ist und zur Mitverantwortung aufruft.

Diese Resolution versteht die Synode als dringende Bitte an die kirchlichen Verantwortungsträger, ‹ein Ohr beim Volk zu haben›, in der Hoffnung, eine konsensorientierte Nachfolgelösung für das Bistum Chur zu finden.»

Synode der Römisch-katholischen Körperschaft des Kantons Zürich
Zürich, 1. Dezember 2016