Das Gold-Stück

«Ich freue mich, wenn ich auf der Bühne starke Frauen darstellen kann.»
Die kongolesische Schauspielerin Carine Kapinga spielt die Hauptrolle im Einfraustück «Gut wie Gold».

Die 29-jährige Carine Kapinga hat eine weite Reise hinter sich. 1986 wurde sie in Kinshasa, in der heutigen Demokratischen Republik Kongo, geboren. Seit 2010 liegt der Lebensmittelpunkt der Mutter zweier Kinder im Kreis 4 in Zürich. Die zierliche Frau ist kein Neuling: Schon mit 13 Jahren stand Carine Kapinga als Schauspielerin und Tänzerin in Kinshasa auf der Bühne. Nun ist sie mit ihrem Stück «Gut wie Gold» Teil der Ökumenischen Fastenkampagne 2016.

In diesem Input-Theaterstück stellt Carine Kapinga die 16-jährige Goldschürferin Malina aus Burkina Faso dar. Das Publikum sieht, wie Malina sich für einen Hungerlohn die Hände blutig schürft auf der Suche nach Gold; es fühlt mit, wenn die junge Afrikanerin von einem besseren Leben träumt. Die Zuschauer stellen ihr dabei Fragen: Weisst du nicht, dass die Erde, in der du gräbst, giftiges Quecksilber und Zyanid enthält? Und: Siehst du nicht, dass Konzerne deine Familie manipulieren – und schliesslich ihr Land enteignen, sie von ihren Feldern vertreiben, welche über Jahrhunderte die Ernährung der Familie gesichert haben? Malina aber macht weiter im Erdloch. Sie schürft, wird krank, verliert aber nie den Lebensmut.

Ab Januar 2016 wird Carine Kapinga mit «Gut wie Gold» in Kirchgemeinden und in Schulen auftreten.

Ab Januar 2016 wird Carine Kapinga mit «Gut wie Gold» in Kirchgemeinden und in Schulen auftreten. Foto: Foto: Vera Rüttimann/zvg

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Das Theaterstück macht auch etwas mit Carine Kapinga. «Gold ist ein emotionales Thema», sagt sie. Ihre Figur erinnert sie an ihre Jugend, als sie mit einem Stück in der kongolesischen Provinz auftrat. Dabei begegnete sie Kindern, die in Goldminen arbeiteten. Sie weiss heute, wie das Gold den Weg nach Europa findet und wie sich Schweizer Konzerne der Menschenrechtsverletzung schuldig machen. Es bewirkt, dass sie die schillernden Auslagen der Juweliergeschäfte in Zürich mit anderen Augen sieht.

So ergeht es auch ihrem Publikum. «Man muss immer wieder über diese Zusammenhänge reden», sagt Carine Kapinga. So freut sie sich über die Max Havelaar-Stiftung, die mit ihrer Aufklärungskampagne Pionierarbeit leistet und auch auf Verkaufsstellen hinweist, die in der Schweiz Schmuck aus fair gehandeltem Gold anbieten.

In das zwanzigminütige Bühnenstück «Gut wie Gold» bringt Carine Kapinga ihre Persönlichkeit ein, «um den Namenlosen, die in Minen grauen Staub atmen, eine Stimme zu geben». Sie hat das Stück zusammen mit dem Autor Martin Hennig entwickelt. Ab Januar 2016 wird sie damit in Kirchgemeinden und in Schulen auftreten. Carine Kapinga sagt: «Ich freue mich, wenn ich auf der Bühne starke Frauen darstellen kann.»

Text: Vera Rüttimann/Fastenopfer

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Fastenkampagne 2016

Die Schweiz spielt im globalisierten Goldgeschäft eine zentrale Rolle. Doch häufig verletzen die internationalen Rohstofffirmen in armen Ländern die Menschenrechte und verseuchen die Umwelt.

Deshalb nehmen «Fastenopfer», «Brot für alle» und «Partner sein» mit der Ökumenischen Kampagne 2016 Schweizer Unternehmen unter die Lupe, konkret ihre Goldgeschäfte. Die Entwicklungsorganisationen zeigen auch Handlungsmöglichkeiten: Sie fordern zur Unterzeichnung der Konzernverantwortungsinitiative auf und setzen damit direkt bei den Ursachen an.