Das Osterlicht entdecken

Die neuen Primarschülerinnen und -schüler der katholischen Schule Kreuzbühl überlegen, was sie zum Leben brauchen – und was andere nicht haben.

«Was ist uns Gold wert?» Im neuen Primarschulhaus der Freien Katholischen Schule Kreuzbühl sitzen fünfzehn Viert- und Fünftklässler im hellen Klassenzimmer auf Hockern im Kreis. In der Mitte steht die Osterkerze, goldene Strahlen gehen vom roten Kreuz aus. «Aus der Mitte kommt das Licht von Weihnachten», so hat Alessandro das in der letzten Stunde kommentiert. «Das Weihnachtslicht strahlt auch an Ostern», erklärt Lehrerin Alexandra Rechsteiner. «Auf dieses Fest der Auferstehung bereiten wir uns in der Fastenzeit, vor.»

Um die Klasse auf ihr Fastenprojekt – das Teilen mit anderen – vorzubereiten, möchte sie erst bewusst machen, was wir selber brauchen – was uns wichtig ist wie Gold. Die Hände schiessen in die Höhe: «Familie», «Freunde», «Liebe», «Essen». «Eine Heimat», wirft Philine ein. «Das haben nicht alle. Zum Beispiel die Flüchtlinge.» Nun holen sich alle je einen Begriff auf einem Karton, und gegenseitig erraten sie diesen. Sie sind so selbstverständlich wichtig, dass sie ihnen vorher gar nicht in den Sinn kamen: «Computer», «Handy», «Wasser», «Geld».

Die Fastenprojekte der «Freien Katholischen Schulen Zürich» zeigen den Kindern, dass sie etwas bewirken können.

Die Fastenprojekte der «Freien Katholischen Schulen Zürich» zeigen den Kindern, dass sie etwas bewirken können. Foto: Christoph Wider

Für die Lektion hat sich Lehrerin Andrea Rechsteiner von den Unterrichtsmaterialien der Hilfswerke «Fastenopfer» und «Brot für alle» inspirieren lassen.

Für die Lektion hat sich Lehrerin Andrea Rechsteiner von den Unterrichtsmaterialien der Hilfswerke «Fastenopfer» und «Brot für alle» inspirieren lassen. Foto: Christoph Wider

Die zwölf Buben und drei Mädchen haben ein Bild mit der Osterkerze gemalt.

Die zwölf Buben und drei Mädchen haben ein Bild mit der Osterkerze gemalt. Foto: Christoph Wider

In der Mitte steht die Osterkerze, goldene Strahlen gehen vom roten Kreuz aus.

In der Mitte steht die Osterkerze, goldene Strahlen gehen vom roten Kreuz aus. Foto: Christoph Wider

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Die religiösen Anlässe der Freien Katholischen Schulen am Standort Kreuzbühl leitet und koordiniert Alexandra Rechsteiner, Lehrerin an der Oberstufe. Für die Lektion in der Primarschule hat sie sich von den Unterrichts- materialien der Hilfswerke «Fastenopfer» und «Brot für alle» inspirieren lassen. Doch es soll auch ganz konkret werden. «Zwei unserer pensionierten Lehrpersonen werden Anfang März in alle Klassen kommen und Projekte vorstellen, die sie selber mittragen», sagt sie. Dafür werden die Schülerinnen und Schüler auf verschiedenste Weise Geld sammeln, die Jüngsten wollen Bastelarbeiten verkaufen. «Sie werden auch herausfinden, wie es ist, für eine Weile auf etwas zu verzichten, das man für sehr nötig hält», erklärt die Lehrerin.

Die zwölf Buben und drei Mädchen haben ein Bild mit der Osterkerze gemalt. «Das goldene Strahlen – Ostern – ist unser Ziel», fasst Alexandra Rechsteiner zusammen. Nächstes Mal sollen alle ein Bild mitbringen, auf dem etwas Goldenes zu sehen ist. «Den Kindern wird bewusst, dass andere Vieles nicht haben», sagt die Lehrerin. «Durch das Engagement für die Projekte erfahren unsere Schülerinnen und Schüler, dass sie dem Unrecht nicht hilflos ausgeliefert sind, sondern etwas bewirken können.»

Text: Beatrix Ledergerber-Baumer

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