Leserbriefe

Leserbriefe auf unserer Nummer 4/2016

«Menschwerdung» ➜ forum 26/2015

Bezüglich des Unfehlbarkeits-Dogmas der katholischen Kirche sollte man meines Erachtens genauer klären, dass damit nicht gemeint ist, der Papst halte sich für unfehlbar bei jeder seiner Äusserungen. (So schwirrt es in vielen Köpfen herum.) Faktisch nimmt er sie nur höchst selten in Anspruch (zuletzt 1950, soviel ich weiss). Und nicht um etwas Neues festzulegen, sondern nur um verbindlich festzustellen, was schon immer der Glaube der Kirche gewesen ist. Und natürlich kann er das nur in Glaubens- und Sittenfragen. So erklärt es das Zweite Vatikanische Konzil. Ohne endgültige Glaubensgewissheiten gibt es gar keinen Glauben mehr, sondern nur noch Meinungen. Unfehlbar ist natürlich zuerst einmal die Heilige Schrift. Aber wie man im Lauf der Jahrhunderte erfahren hat, genügt das allein nicht, gerade auch nicht für die Einheit der Christen. Es braucht auch das lebendige Lehramt.

Andrea Kuhn, Dielsdorf