Kreislauf durchbrechen

Das Knonaueramt probt den Aufstand gegen die Rohstoffbranche – mit einem kongolesischen Bischof.

Rohstoffhandel bringt den Unternehmen Gewinne, der Schweiz Steuererträge, den Menschen in den Abbauländern oft Ausbeutung. Diesen Kreislauf will die Bewegung «Knonaueramt solidarisch» durchbrechen. Am 8. März spricht Bischof Fridolin Ambongo in Affoltern am Albis. Ambongo präsidiert die Bischofskommission für Ressourcen in Kongo-Kinshasa. Diese unterstützt Bewegungen, die für gerechtere Verträge mit internationalen Firmen sorgen, Korruption bekämpfen oder Arbeitende unterstützen.

«Knonaueramt solidarisch» besteht aktuell aus rund zehn Personen. Sie machen die Bevölkerung auf Geschäftspraktiken der Rohstoffbranche aufmerksam und kämpfen für die Verantwortung westlicher Konzerne in den Rohstoffabbauländern.

Im Börsengang von Glencore 2013 hat die Bewegung ihren Ursprung, wie die dafür engagierten Samuel Schweizer und Anita Roesch erklären. Der Börsengang bescherte den Glencore-Top-Managern enorme Gewinne und dem Kanton Zürich ausserordentliche Steuererträge, und diese flossen über den Finanzausgleich anteilsmässig auch zu Gemeinden im Knonaueramt. Das kam nicht überall gut an. In Hedingen schlug ein Mann vor, das Geld den von Rohstoff-Ausbeutung Betroffenen zu spenden. Die Gemeindeversammlung lehnte ab. Doch ein spontan gebildetes Komitee wollte Betroffenen zehn Prozent des Geldes – also 110 000 Franken – über Schweizer Hilfswerke zukommen lassen. Dem stimmte die Bevölkerung im September 2013 zu. Das bewirkte ein «phänomenales Medienecho» bis in die USA und nach Grossbritannien, erzählt Schweizer. 2013 wurde das Geld an drei Hilfswerke ausbezahlt.

Weitere Gemeinden entschieden sich für die 10-Prozent-Solidaritätsaktion: Obfelden, Mettmenstetten, Affoltern am Albis und Hausen. Letzteres stellte 70 000 Franken, verteilt auf fünf Jahre, zur Verfügung – aus Gründen der Nachhaltigkeit, wie Roesch erklärt.

Roesch, Schweizer und weitere Säuliämtler führten Veranstaltungen und Gespräche mit Glencore durch. Eine Gruppe organisierte eine Reise an den «Tatort» Kolumbien. Es habe kleine Verbesserungen gegeben, doch die Haltung der Firma habe nicht geändert, sagt Roesch. Aufwind gibt ihnen die 2015 lancierte Konzernverantwortungsinitiative, die in dieselbe Richtung zielt.

Text: Regula Pfeiffer

Angebot laufend

8. März, 20.00 Uhr, Kasino, Affoltern a. Albis
«Kongo, reiches Land, geplündertes Land»
Ab 18 Uhr: Afrikanisches Essen