Kino, Theater, Buch, Veranstaltungsreihe…

«Erbarme dich: Matthäus Passion Stories» / «Nathan der Weise» / «Kunst und Kirche Stille» / «Reines Wasser»

Kino

Die wohl bekannteste Arie, die dem Dokumentarfilm den Titel gibt, erklingt erst gegen Ende, einmündend in den Schlusschor «Wir setzen uns mit Tränen nieder». Bewegt sehen wir, wie sich Randständige und Obdachlose, zum Teil mitbrummend, zu einem Gemeinschaftsmahl niedersetzen. Sie sind es auch, die zu Beginn in den Choral «O Haupt voll Blut und Wunden» einstimmen.

Assoziativ verknüpft der Film Choräle und Arien, von Pieter Jan Leusinks Bach Choir & Orchestra in einem ungenutzten Kirchenraum meisterhaft aufgeführt, mit Bildern und privaten Begegnungen. Sie dienen einem verinnerlichten Zuhören und Hinschauen, Mitleiden und Wahrnehmen der universellen Botschaft des in Christus verkörperten menschlichen Leidens.

Hans Hodel/Medientipp

«Erbarme dich: Matthäus Passion Stories» Niederlande 2015. Regie und Drehbuch: Ramón Gieling, mit: Bach Choir&Orchestra, Chor «De Straatklinkers», Pieter Jan Leusink; Verleih: Cinélibre Bern

http://filmpodium.ch/film/167257/erbarme-dich-matthaeus-passion-stories

Theater

«Nathan der Weise» stellt die Frage nach Toleranz und gutem Handeln jenseits religiöser Ideologisierung. Toleranz ist ein malträtiertes Wort in diesen Tagen. Mahnend wird sie von den einen gefordert, warnend von den anderen hinterfragt. Lessing appelliert in seinem Aufklärungsdrama an den Frieden zwischen den Religionen und kritisiert die Gewalt der Religion.

Lessing verlegt «Nathan der Weise» ins 12. Jahrhundert, in das von Muslimen besetzte Jerusalem. Der Jude Nathan hat seine Familie verloren. Sie wurde von Christen ermordet. Das Schicksal will es so, dass ihm ein Findelkind, ein Christenmädchen, in die Hände fällt, das er aufnimmt und als seine Tochter Recha im jüdischen Glauben grosszieht.

Als Recha von einem jungen Christen, einem Tempelherrn, aus ihrem brennenden Haus gerettet wird, verlieben sich die beiden. Der Tempelherr ist von Sultan Saladin begnadigt worden, weil er ihn an seinen verstorbenen Bruder erinnert hat. Am Ende stellt sich heraus, dass Recha und der Tempelherr Geschwister sind und der gemeinsame Vater tatsächlich der verstorbene Bruder Saladins ist.

pd/ps

«Nathan der Weise»
von Gotthold Ephraim Lessing
Regie: Daniela Löffner
Schauspielhaus Zürich, Pfauen,
Rämistrasse 34, Zürich, 044 258 77 77

Aufführungen: 10., 12., 15., 18., 24. und 30. März, 20 Uhr;  20. März, 15 Uhr.
8., 9., 12. und 29. April, 20 Uhr.  

Do, 10. März, 18.30 Uhr, Pfauen/Kammer
Expertengespräch «Wer ist der wahre Gott?»
Eintritt frei

schauspielhaus.ch/spielplan/premieren/600-nathan-der-weise

Buch

Das neue Jahrbuch der Schweizerischen Lukasgesellschaft für Kunst und Kirche widmet sich erstmals einem Schwerpunktthema – der Stille. Diese fasziniert auch heute noch – oder gerade heute neu in unserer weitgehend säkular bestimmten Gesellschaft des 21. Jahrhunderts, die rund um die Uhr online ist und sich laufend mitteilt. Viele Menschen suchen nach spirituellen Angeboten der Stille und Räume der Stille entstehen überall: in Hotels, Flughäfen, Bahnhöfen, Einkaufszentren. Was bedeutet dies für Architektur und Kunst?

Pia Stadler

«Jahrbuch Kunst und Kirche 2015/2016: Stille»
Schweizerische St. Lukasgesellschaft (SSL)
96 Seiten, Fr. 20.– für Mitglieder, Fr. 25.– für Nicht-Mitglieder
Bezug: SSL-Sekretariat, 041 310 15 88, sekretariat@lukasgesellschaft.ch

www.lukasgesellschaft.ch

Veranstaltungsreihe «Reines Wasser»

Das Zürcher Forum der Religionen lädt ein zur Veranstaltungsreihe «Reines Wasser». An fünf Abenden bietet sich Gelegenheit, heilige Wasser und damit verbundene Traditionen bei Hindus, Buddhisten, Juden, Christen und Muslimen in unterschiedlichster Art zu erleben. Vorträge ermöglichen es, die Rituale rund ums Wasser in der jeweiligen Glaubenswelt zu verorten.

Jeder Gastgeber wird aufzeigen, wie seine Religion in Form von Wasserritualen den Tastsinn anspricht – sei es mit der Verwandlung von Leitungswasser in heilige Flüssigkeit, mit der Besänftigung von Wassergeistern, mit rituellen Tauchbädern zur Erlangung von Reinheit, mit einer Wasserweihe oder mit der Verehrung einer heiligen Quelle.

Pia Stadler

Der Heilige Ganges
Die Personifizierung der Göttin Ganga
Do, 17. März, 18.30, Sri-Sivasubramaniar Tempel, Sihlweg 3, Adliswil

Reizbare Wassergeister – die Nagas
Bewohner der Seen und Flüsse Tibets
Do, 14. April, 19.30, Songtsen House, Albisriederstrasse 379, Zürich

Eintauchen ins lebendige Wasser
Das rituelle Tauchbad – die Mikwe
Mi, 25. Mai, 19.00, Israelitische Cultusgemeinde, Lavaterstrasse 33, Zürich
(Anmeldung bis am 22. Mai 2016: anmeldung@forum-der-religionen.ch)

Die Wasserweihe
Geweihtes Wasser zum Mitnehmen
Do, 25. August, 18.00 oder 19.30, Russisch-orthodoxe Auferstehungskirche, Narzissenstrasse 10, Zürich

Zu Füssen eines Propheten
Die Zamzam-Quelle in Mekka
Do, 6. Oktober, 19.30, Albanische Islamische Gemeinschaft, Rautistr. 58, Zürich

Die Veranstaltungen sind kostenfrei.

www.forum-der-religionen.ch