Faszination Theologie

Dank dem Stipendienfonds ist ein Theologiestudium auch mit unkonventionellen Lebensgeschichten möglich. Manuel Bischof und Franziska Heigl erzählen davon.

«Die Riten der Kirche haben eine grosse Kraft und Energie, die ich sonst nirgends finde. Ich wollte wissen, was dahintersteckt», sagt Franziska Heigl. «Gott, die Welt und der Mensch mittendrin hat mich immer interessiert. Ich suchte Heimat in Gott, konnte das aber erst im Theologiestudium benennen», fährt Manuel Bischof fort.

Zwei Studierende, die 39-jährige Franziska Heigl am Religionspädagogischen Institut und der 34-jährige Manuel Bischof an der Theologischen Fakultät, beide in Luzern, mit unterschiedlichen Geschichten und einer Gemeinsamkeit: Ihr Studium ist möglich dank dem Stipendienfonds für Zürcher Theologiestudierende.

Nach einer frühen Familienzeit und der folgenden Scheidung hat sich Franziska Heigl neu orientieren müssen. Ihren Lebensunterhalt verdient die Wetzikonerin als Confiserie-Verkäuferin, das Teilzeit-Studium übernimmt der Stipendienfonds. Arbeit und Studium, Leben und Theologie verbinden, das passt: «Mein Theologie-Studium löst bei Bekannten und Kolleginnen zuerst Überraschung und dann Faszination aus. Ich kann ihr Bild von Kirche und Religion meist ausweiten», schmunzelt sie. «Ich bediene anders, das fällt auf: Ich bin glücklich, wenn die Kunden mit einem Lächeln den Laden verlassen.»

Gleich nach der Matura in Einsiedeln begann Manuel Bischof aus Thalwil das Theologiestudium. Sein Leben auf den Kopf gestellt hat die unerwartete Geburt seines Sohnes: «Ich musste Geld verdienen.» Er wollte auch Zeit für sein Kind und die junge Beziehung haben – nicht nur am Wochenende. Securitas, Religions-Unterricht, kirchlicher Jugendarbeiter, Arbeit in einer Non-Profit-Organisation: Der Theologie-Student lernte das Leben in allen Schattierungen kennen. Irgendwann wollte er aber sein Studium doch noch zum Abschluss bringen. «Teilzeit-Studium, Arbeit und Familie, das brachte ich nicht unter einen Hut. Dank dem Stipendienfonds kann ich jetzt im Vollstudium vorwärtsmachen», freut er sich.

«Der Stipendienfonds wurde vor über hundert Jahren, ursprünglich für Priesteramtskandidaten, gegründet», erklärt Finanzvorstand Martin Burkart. «Wichtigste Einnahmequelle ist die jährliche Kollekte der Zürcher Pfarreien. Ab diesem Jahr unterstützen uns zudem Synodalrat und Stadtverband», freut sich der Pfarrer von Bruder Klaus in Zürich.

Text: Beatrix Ledergerber-Baumer

Angebot laufend

Die Kollekte für den Stipendienfonds für Zürcher Theologiestudierende wird am 10. April aufgenommen.