Freiwillig engagiert: Platzanweiser

«Als Platzanweiser entwickelt man einen Blick für die Menschen.» sagt Michael Weisshar, Gemeindeleiter/Pfarreibeauftragter in St. Marien, Winterthur.

Über ein Inserat in der Zeitung hat das Casinotheater Winterthur Leute gesucht, die bei ihnen ehrenamtlich Türkontrolle machen. Ich habe mir das Programm vom Casinotheater angeschaut und gedacht, dass ein paar interessante Sachen dabei sind und ich da mitmachen möchte. Nachdem dann alle, die sich gemeldet hatten, eine Einführung bekommen haben, ging es los mit der Arbeit: Billettkontrolle, Saalkontrolle, Anweisungen.

Die Motivation, dies zu machen, war sicher, die verschiedenen Programme schauen zu können, und ich hab mich besonders dann gemeldet, wenn ich etwas vorher noch nicht kannte. Man musste 45 Minuten vorher da sein, den Saal kontrollieren und zum Beispiel Kaugummis unter den Sitzen abkratzen. Auch im Team hatten wir eine gute Bekanntschaft untereinander. Ab und zu hat man sich getroffen, einmal im Jahr wurden wir zu einem Apero eingeladen. So wurde auch die Gemeinschaft ein wenig gefeiert.

Weil ich mir keinen fixen Tag nehmen kann, um mich für diesen ehrenamtlich zu verpflichten, lag mir die Arbeit im Casinotheater sehr. Es ist dieses Theater gewesen, weil mir dort das Programm am ehesten entspricht. Sehr spannend war auch der Kontakt zum Publikum. Man entwickelt einen Blick für die Menschen. Auch den Moment zu erleben, wenn Besucher mich in dieser Funktion erkannt haben, war spannend. Menschen, die mich als Gemeindeleiter von St. Marien kennen, sind regelrecht erschrocken, wenn sie mich in dieser Position gesehen haben. Sie hätten sich nie vorstellen können, dass ich so etwas mache, dass man als Gemeindeleiter eine sozusagen «niedere Arbeit» tun würde.