Von Jazz bis Folk

Zwanzig Beiträge sind beim Kirchenmusikwettbewerb «Klang und Gloria» eingereicht worden.

Zur Auswahl standen für die Wettbewerbsteilnehmenden vier Lieder aus dem katholischen und reformierten Kirchengesangsbuch, aus denen sie eines als Improvisation, Arrangement oder Neuvertonung präsentieren sollten. Als Zweites musste einer von vier vorgegebenen Texten in irgendeiner Weise künstlerisch umgesetzt werden.

Zum Einsendeschluss von «Klang und Gloria» seien gut zwanzig Beiträge von grosser Bandbreite eingegangen, sagt Beat Schäfer, Kirchenmusiker und Professor an der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK). Die ZHdK hatte den Wettbewerb Ende Oktober gemeinsam mit der römisch-katholischen und der evangelisch-reformierten Kirche im Kanton Zürich lanciert.

Es gibt Beiträge aus den Bereichen Volksmusik, Jazz oder Schlager; Traditionelles ist ebenso vertreten wie zeitgenössische oder gar avantgardistische Musik.

Auch beim Umgang mit dem Text zeigte sich viel Kreativität: «Bei einigen Beiträgen wurde der Text in Laute zerbröselt, die dann erklingen, bei anderen wird er schlicht gelesen, wieder andere stellen ihn visuell dar», sagt Schäfer.

Die Teilnehmer zeigen auch bezüglich Alter und Beruf eine grosse Bandbreite: Vom 18-Jährigen bis zum Pensionierten, vom kaufmännischen Lehrling bis zum Berufskomponisten. Die Teilnehmer mussten ihre Kreationen als Video einsenden, was eine Aufführung voraussetzte. Das war den Organisatoren wichtig: «Wir wollten keine Kompositionen, die viel Aufwand brauchen, um überhaupt aufgeführt zu werden. Die Realisierbarkeit der Beiträge sollte sichtbar werden.»

Gleichzeitig verhehlt er nicht, dass genau dies auch einige Künstler davon abgehalten habe, am Wettbewerb teilzunehmen. «Viele Leute mit guten Ideen etwa für eine Komposition haben sich zurückgezogen, weil sie in der gegebenen Zeit keine Aufführung realisieren konnten», weiss Schäfer.

In den kommenden fünf Jahren wird etwa ein Viertel der aktuell im Kanton Zürich tätigen Kirchenmusiker pensioniert. Der Wettbewerb solle deshalb das Bewusstsein vermitteln, dass Kirchenmusik ein interessantes Tätigkeitsfeld für Musiker sein könne, sagt Infor- mationsbeauftragte Kerstin Lenz. Die kirchenmusikalischen Studiengänge an der ZHdK werden von den beiden Landeskirchen mitfinanziert.

Text: Sylvia Stam, kath.ch