Vom Dunkel ins Licht

Die Temperaturen an diesem Morgen sind weit unter null. Am ersten Anlass des Schöpfungsjahres von St. Theresia Friesenberg sind 13 Menschen unterwegs.

Menschen aus der Zürcher Pfarrei St. Theresia treffen sich an diesem Samstag im Januar an zwei Orten und gehen auf einer kurzen und einer langen Strecke im Dunkel los. Ihr Ziel ist das Kloster Fahr.
Das Jahr der Barmherzigkeit, das Papst Franziskus ausgerufen hatte, ist vorbei. Unzählige Anlässe wurden durchgeführt, vieles wurde thematisch angestossen. Nun geht es wieder im bekannten Alltag weiter?

Die Pfarrei St. Theresia möchte direkt anknüpfen. Wie ihr Pastoralassistent Fredy Kuttipurathu beschreibt, ist es eine Entscheidung von Freiwilligen der Pfarrei gewesen: «Der Pfarreirat hat sich an der Enzyklika ‹Laudato Si› orientiert und sich entschieden, von Januar bis zu unserem Patrozinium im Oktober das Jahr dem Thema Schöpfung zu widmen. Sie arbeiten eigenverantwortlich und sehr intensiv daran.»

Im Dunkel und bei Temperaturen weit unter null startet die Wanderung nach Fahr.

Im Dunkel und bei Temperaturen weit unter null startet die Wanderung nach Fahr. Foto: Oliver Sittel

Der Weg soll Zeit und Raum geben, sich über den Wert der Schöpfung bewusst zu werden.

Der Weg soll Zeit und Raum geben, sich über den Wert der Schöpfung bewusst zu werden. Foto: Oliver Sittel

Im Kloster Fahr angekommen, feiert die Gruppe gemeinsam Gottesdienst.

Im Kloster Fahr angekommen, feiert die Gruppe gemeinsam Gottesdienst. Foto: Oliver Sittel

Zu jedem Tag der biblischen Schöpfungsgeschichte wird ein besonderer Anlass geboten.

Zu jedem Tag der biblischen Schöpfungsgeschichte wird ein besonderer Anlass geboten. Foto: Oliver Sittel

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Das Ziel ist, sich über den Wert der Schöpfung bewusst zu werden und ihre Vielfältigkeit (wieder) zu erkennen. Zudem hätte man die Möglichkeit, «sich selbst im grösseren Zusammenhang zu betrachten», sagt Kuttipurathu.
Für das Jahr sind verschiedene Anlässe in Planung: So werden im Fraumünster die Chagall-Fenster besichtigt, zum Thema Sterne wird die Urania-Sternwarte besucht. Im Sommer gibt es einen Gartengottesdienst mit Tiersegnung. Neben dem Pfarreirat sind auch andere Gruppen der Pfarrei engagiert. Kinder aus der Unterstufe basteln ein grosses Mobile für die Kirche und Jugendliche der Oberstufe gestalten ein riesiges Bild zum Thema Himmel.

Elisabeth Ofner, die seit Beginn dem Pfarreirat angehört und dort für das Ressort Soziales zuständig ist, organisierte die Morgenwanderung. Sie erzählt, wie das Schöpfungsjahr begangen wird: «Wir orientieren uns am biblischen Text zur Schöpfung. Zu jedem Schöpfungstag gibt es mindestens einen bestimmten, passenden Anlass. Heute vom Dunkel ins Licht, der erste Tag.»
Zwar ist die Gruppe mit 13 Personen relativ klein, aber für Frau Ofner spielt das eher weniger eine Rolle: «Bei dieser Kälte und Uhrzeit wollten einige vielleicht dann nicht mitkommen. Was mich aber freut, sind diejenigen, die mitgekommen sind und weniger zu Gottesdienstbesuchern zählen, aber die pfarreiliche Gemeinschaft spüren möchten», sagt sie.

Text: Oliver Sittel, freier Mitarbeiter