Mail aus Abu Dhabi

Frühlingserwachen

Im April erhalten wir aus Abu Dhabi Eindrücke über das Frühlingserwachen auf Arabisch.

Der April macht, was er will. Die Bedeutung dieses Sprichwortes verleidet mancher Gartenfreundin eine allzu frühe Vorbereitung der hauseigenen Grünanlagen. Hier in Arabien existiert dieses Problem so nicht. Hier macht allerdings nicht nur der April, was er will, sondern auch Januar, Februar und März waren dieses Jahr kurios. Kurz vor einer Reise in die USA im März hiess es, Wintersachen daheim zu lassen, es seien gute 20 Grad. Hier in Arabien blieben hingegen die T-Shirts im Schrank – bei Temperaturen teils zwischen 15 und 19 Grad. Das war nicht das Arabien, das all die Touristen erwartet haben, die hier dem europäischen Winter entfliehen wollten.

Nun kommt aber der Frühling doch noch. Man muss gut aufpassen, damit man ihn nicht verpasst. Denn bevor man sichs versieht, fällt schon die brütende Sommerhitze übers Land: Um Ostern bewegen wir uns allmählich auf 40 Grad zu. In diesen Tagen hat unsere Gartenfirma auch in den Pflanzenanlagen den Frühling eingeläutet. Den Palmen wurde der rechte Schnitt verpasst, den Blumenbeeten eine neue Bewässerungsanlage. Es sieht wieder einladend aus rund ums Bischofshaus.

Und dann ist da noch die andere Seite des Frühlings. Fast eine Woche hat uns letztens der heisse Wüstenwind Sandstürme bereitet, die immer wieder alles, was nicht dicht verschlossen ist, mit feinem Sandstaub überziehen. Eine Autofahrt entlang der Küstenautobahn von Abu Dhabi nach Dubai oder gar mitten durch die Wüste ist dann eine Herausforderung für die Lunge, die mit dem feinen Sandstaub zu kämpfen hat.

Text: Martin Stewen

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Martin Stewen (45) ist Priester der Diözese Chur und arbeitet seit 2015 im Apostolischen Vikariat Südarabien.