Singen für Burkina Faso

Im ersten Projekt von «Urbane Kirche Zürich» singen junge Leute für ein innovatives Solar-Energie-Projekt in Burkina Faso.

Sie sitzen auf dem Kirchenvorplatz und geniessen ein paar Samosas, bevor die Chorprobe losgeht: Flora Conte, 29, Umweltberaterin, und Eric Fischer, 28, Doktorand Chemie-Ingenieurwissenschaften ETH. Dann stehen sie zusammen mit jungen Lehrpersonen, angehenden Architektinnen und Naturwissenschaftlern und singen sich ein, heben die Arme, öffnen den Brustkorb, lösen die Kiefermuskeln. Wenig später erklingt «Stabat Mater» von Pergolesi.

Flora Conte, 29, Umweltberaterin, und Eric Fischer, 28, Doktorand Chemie-Ingenieurwissenschaften ETH…

Flora Conte, 29, Umweltberaterin, und Eric Fischer, 28, Doktorand Chemie-Ingenieurwissenschaften ETH… Foto: Christoph Wider, forum

«Ich finde es schön, dass ich auf diese Weise ab und zu in einem Gottesdienst bin», sagt Flora Conte.

«Ich finde es schön, dass ich auf diese Weise ab und zu in einem Gottesdienst bin», sagt Flora Conte. Foto: Christoph Wider, forum

«Auch nichtreligiöse Menschen fühlen sich im Chor wohl», ergänzt Eric Fischer.

«Auch nichtreligiöse Menschen fühlen sich im Chor wohl», ergänzt Eric Fischer. Foto: Christoph Wider, forum

«Cantata Nova» singt für ein Solar-Energie-Projekt in Burkina Faso.

«Cantata Nova» singt für ein Solar-Energie-Projekt in Burkina Faso. Foto: Christoph Wider, forum

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Ihr Chor «Cantata Nova» wurde 2008 im Rahmen einer Masterarbeit gegründet, daher die jugendliche Zusammensetzung. Die Pfarrei Heilig Geist Höngg öffnete Räume und auch ihre Kasse, im Gegenzug wirkt «Cantata Nova» in zahlreichen Gottesdiensten mit, zweimal jährlich mit dem Kirchenchor. «Das Zusammenspiel unterschiedlicher Generationen ist bereichernd», findet Eric Fischer. Neben den Messen gibt es auch regelmässig Konzerte ohne Kirchenbezug.

Nun ist «Cantata Nova» die Basis für den von «Urbane Kirche Zürich» getragenen Projektchor, der ab 24. April die Lieder für drei Benefiz-Aufführungen einstudiert. Unterstützt werden «Les Artistes-éclairs» in Burkina Faso: Ein lokales Schauspieler-Kollektiv geht mit einem Theaterstück auf Tournee in ihre Ursprungsdörfer und bezieht für die Aufführung die ganze Energie aus der Kraft der Sonne. So wird eine innovative Vertriebskette von hochwertigen Photovoltaik-Produkten aufgebaut.

Diese Solargeräte ermöglichen allen Bevölkerungsschichten eine nachhaltige und unabhängige Energieversorgung. Das Projekt ist ein Herzensanliegen von Flora Conte. Die Umweltberaterin ist Vize-Präsidentin im Verein Tournesol und Projektleiterin von «Les Artistes-éclairs». «Das Projekt verbindet Kunst und Technologie, und durch unser Engagement auch zwei Länder», sagt sie begeistert.

Dass dieser Chor, in dem die zwei jungen Leute aus Singfreude mitmachen, mit der Kirche verbunden ist, haben sie am Anfang gar nicht realisiert. «Ich finde es aber schön, dass ich auf diese Weise ab und zu in einem Gottesdienst bin», sagt Flora Conte. «Auch nichtreligiöse Menschen fühlen sich im Chor wohl», ergänzt Eric Fischer. Die beiden hoffen nun auf viele neue Sängerinnen und Sänger im Projektchor und auf tolle Aufführungen im Juni.

Angebot laufend

Fürs aktuelle Projekt «Zürcher Studierende singen für … Burkina Faso» melden sich interessierte Sänger und Sängerinnen bei:
cantatanova@mailbox.org

Proben ab 24. 4., jeden Mo, 19.30 Uhr, Probeweekend: 10./11. 6.
Aufführungen Ende Juni/Anfang Juli


In der Adventszeit gibt es ein Weihnachts-Musical für Jugendliche ab 16 Jahren. Die Castings beginnen nach den Sommerferien. Anfang 2018 stellen Singende über 40 Jahre ihre Zeit und Stimme einem weiteren Hilfsprojekt zur Verfügung.

Angedacht sind Projekte unter dem Titel Spiritualität an ungewöhnlichen Orten, Fussball, Kunst und Religion, Graffiti, Natur und Schöpfung in der Stadt (der Zoo). Studierende der Zürcher Hochschule der Künste lassen «Kirchenräume» wirken und bringen sie zum Klingen. Eine App ermöglicht eine «spirituelle Stadtführung».

Das Thema Bildung wird in Zusammenarbeit mit der katholischen Hochschulgemeinde aki und der Paulus Akademie aufgegriffen:
Sonntag, 21. Mai, 15.00–20.00 Uhr, Tramhaltestelle Milchbuck:
Silence – Auf der Suche nach neuen Wahrnehmungsräumen.