Synode unterstützt Sonderschule

Am Anfang der Sitzung der römisch-katholischen Synode vom 6. April stand eine unerwartet schlechte Nachricht. 

Der Synodalrat teilte in einer verlesenen Erklärung mit, dass das Mediationsverfahren zwischen der W. Schmid & Co AG und der Römisch-katholischen Körperschaft des Kantons Zürich nun doch gescheitert sei. Am 22. November 2016 sah es noch nach einem erfolgreichen Abschluss aus. In den strittigen Fragen war man sich einig geworden und hatte die Eigentumsübertragung bis zum 28. Februar 2017 beschlossen.

Nach Unterzeichnung der Mediations-Vereinbarung wurde die Körperschaft jedoch «mit neuen, zusätzlichen Forderungen der W. Schmid & Co AG konfrontiert, was aus Sicht der Körperschaft einen eklatanten Wortbruch darstellt. Namentlich wird neu die Mitbestimmung der W. Schmid & Co AG bei der Nutzung und Gestaltung unseres Foyers verlangt, also des Eingangsbereichs der Paulus Akademie.»

Für die Körperschaft sei es «nicht akzeptabel, dass nach Unterzeichnung der Mediations-Vereinbarung neue Forderungen als Bedingung für die Eigentumsübertragung gestellt werden». Der Synodalrat habe deshalb entschieden, die Sistierung des Prozesses beim Zürcher Handelsgericht nicht weiter zu verlängern, bleibe aber weiterhin an einer aussergerichtlichen Einigung interessiert.

Viel zu diskutieren gab das Betriebskonzept der Jugendkirche «jenseits im Viadukt», das von der Synode zur Kenntnis genommen werden sollte. Die Synodalen Beat Wiederkehr und René Däschler aus Wädenswil forderten die Rückweisung dieses Geschäfts. Sie sahen vor allem Defizite in der diakonischen, spirituellen, ökumenischen und biblischen Ausrichtung und stellten das Betriebskonzept deshalb massiv in Frage. Daraus entwickelte sich eine lebhafte Grundsatzdiskussion über das «jenseits». Die Synodalin Petra Zermin aus Stäfa, Mitglied der vorbereitenden Seelsorgekommission, räumte ein, dass es im Parlament immer um eine Balance zwischen begründetem Vertrauen und blossem Abnicken gehe. 

Die Seelsorgekommission habe das Geschäft aber sehr ernsthaft diskutiert und auch Einwände ernst genommen. Sie sah deshalb die Rückweisungsanträge auch als Misstrauensvotum an die Adresse der Seelsorgekommission der Synode. Ohne Vertrauen sei aber der parlamentarische Betrieb nicht möglich. Das Betriebskonzept wurde schliesslich dennoch deutlich mit 87 Ja zu 3 Nein bei 3 Enthaltungen zur Kenntnis genommen.

Völlig unbestritten war die Unterstützung der Stiftung Ilgenhalde in Fehraltorf mit einem einmaligen Beitrag von 300 000 Franken. Diese Sonderschule betreut und fördert Kinder und Jugendliche mit einer geistigen und schweren mehrfachen Behinderung.

In der Stiftung Ilgenhalde sind junge Menschen gut aufgehoben. Das sieht auch die Synode so und unterstützt ein Bauprojekt mit 300 000 Franken.

In der Stiftung Ilgenhalde sind junge Menschen gut aufgehoben. Das sieht auch die Synode so und unterstützt ein Bauprojekt mit 300 000 Franken. Foto: Stiftung Ilgenhalde, zvg

1 | 1

1959 als «Verein katholisches Kinderheim für Geistesschwache» gegründet, ist die Stiftung noch heute eng mit der katholischen Kirche verbunden. Bis heute sind die Leiter der Caritas und der katholischen Behindertenseelsorge Mitglied im Stiftungsrat und Generalvikar Josef Annen unterstützt im Patronatskomitee den Neubau der Wohnhäuser. Genau dafür wurde nun eine Unterstützung gesprochen. 

Der Bedarf sei klar ausgewiesen und der Anteil der Körperschaft bei Gesamtkosten von 15,3 Millionen angemessen. Die Synode folgte dem Antrag des Synodalrats einstimmig.

Weitere Geschäfte betrafen die Umwidmung einer Liegenschaft an der Birmensdorferstrasse vom Verwaltungs- ins Finanzvermögen. Nachdem dieses Geschäft am 15. April 2016 von der Synode noch abgelehnt worden war, blieb es dieses Mal weitgehend unbestritten. Die Nachverhandlungen des Synodalrats mit der Albert-Niedermann-Hartmann Stiftung, welche die Liegenschaft im Baurecht übernehmen will, überzeugten die Synodalen offenbar. Es sei dabei das Maximum herausgeholt worden, versicherte der zuständige Synodalrat Daniel Otth.

Keine Mehrheit fand eine Motion des Synodalen Max Raemy aus St. Franziskus, Zürich. Ziel seiner Motion sollte es sein, «die Finanzkompetenzen der Synode von derzeit 3 000 000 Franken auf 600 000 Franken für neue, einmalige Aufgaben beziehungsweise von 300 000 Franken auf 60 000 Franken auf jährlich wiederkehrende Ausgaben zu reduzieren». 

Nach einer längeren, kontroversen und teilweise leicht chaotischen Diskussion kam die Synode schliesslich mit einer knappen Mehrheit von 44 Nein gegen 42 Ja zum Schluss, dass es keinen Bedarf gebe, diese Praxis zu ändern. Als Hauptargument für die Ablehnung der Motion wurde angeführt, dass man mit der bisherigen Praxis gut gefahren sei, diese auch nicht missbraucht werde und es deshalb faktisch keinen Bedarf gebe, die Kirchenordnung zu ändern.