Buchtipp

«1517 - Weltgeschichte eines Jahres»

1517 ist ein Jahr der Umbrüche, politischer wie ökonomischer. 1517 ist ein Jahr der Entdeckungen, im Westen wie im Osten, es ist ein Jahr gelehrter Debatten und des Aberglaubens, und es ist ein Jahr mit ausnehmend schlechtem Wetter.

1517 ist nicht nur das Jahr der Reformation. In diesem Jahr erobern die türkischen Osmanen Kairo, ihr islamisches Reich wird für Europa – das sich in Kriegen zwischen Königen, Fürsten und Kaisern zerfleischt – immer bedrohlicher. 

Zum ersten Mal verhandelt ein Gesandter des Habsburger Kaisers mit dem Zaren in Moskau (nach einer höchst beschwerlichen und gefährlichen, langen Reise). Er bringt das erste gesicherte Wissen über das russische Reich nach Europa zurück. 

Kopernikus – der später seine revolutionierende Erkenntnis haben wird, wonach nicht die Sonne um die Erde kreist, sondern umgekehrt – schreibt eine Abhandlung über den Silbertaler, da Geld in dieser Zeit des explodierenden Handels immer wichtiger wird.

Machiavellis politische Theorie, wonach Machtkalkül das oberste Prinzip ist, wird gleichzeitig öffentlich wie «Utopia» von Thomas Morus: In seinem Gesellschaftsentwurf sind alle gleich, bestimmen mit und haben allen Besitz gemeinsam. 

Spanier und Portugiesen segeln um die Welt und eröffnen völlig neue Horizonte. Im Jahr 1517 ist vieles begründet, das bis heute weiterwirkt. Die Welt, in der Luther lebte, wird höchst lebendig und spannend dargestellt.

Text: Beatrix Ledergerber-Baumer

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«1517. Weltgeschichte eines Jahres»
Heinz Schilling, Verlag C. H. Beck, 
München 2017, 364 Seiten. 
ISBN 978-3-406-70069-9