Benefiz-Konzert

Künstler lassen sich berühren

An der «Gala of Hope» am 18. Juni tritt Opernsängerin Vesselina Kasarova in der Zürcher Tonhalle für kriegstraumatisierte Kinder in der Ukraine auf.

Gedämpftes Licht und Wände wie Bühnenbilder – im Hotel Ambassador hinter dem Opernhaus Zürich ist die Opernwelt präsent. Herein kommt die Mezzosopranistin Vesselina Kasarova, in schwarzer Lederjacke, auf dem Haar eine Sonnenbrille. Der Opernstar mit bulgarischen Wurzeln, Schweizer Bürgerrecht und Wohnort Zollikon wird am 18. Juni in der Zürcher Tonhalle an der «Gala of Hope» auftreten.

Der Wohltätigkeitsanlass ist kriegstraumatisierten Kindern in der Ukraine gewidmet. Den Billetterlös erhält die Hilfsorganisation «Hope worldwide Ukraine». Diese organisiert humanitäre Hilfe für ukrainische Binnenflüchtlinge und bietet Kindern aus früheren Kriegsgebieten Traumatherapien an. Viele von ihnen leiden an einer posttraumatischen Belastungsstörung.

Vesselina Kasarova ist überzeugt: Musik verbindet Menschen und hilft oft besser als jede Psychotherapie.

Vesselina Kasarova ist überzeugt: Musik verbindet Menschen und hilft oft besser als jede Psychotherapie. Foto: Oliver Sittel

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«Künstler sind sehr sensible Menschen, die sich von solch traurigen Themen berühren lassen», sagt Kasarova und richtet ihre hellen Augen auf ihr Gegenüber. Da sei es selbstverständlich, sich auch für Wohltätigkeitsanlässe zu engagieren. «Wenn ich frei und vor Ort war, habe ich immer gern und freiwillig mitgemacht.» Sie helfe sehr gerne auf diese indirekte Art und fühle sich als Mutter eines achtzehnjährigen Sohnes Kindern besonders verbunden.

Ein freudiges Erlebnis will die Sängerin dem Publikum trotz düsteren Themas bereiten. «Wir müssen immer aufstehen und weitergehen», ist ihr Lebensmotto. Musik verbinde Menschen unterschiedlicher Sprache und helfe oft besser als jede Psychotherapie. «Mir hat Musik immer sehr geholfen in meinem Leben als Künstlerin», sagt Kasarova.

Am Galaabend wird die Mezzosopranistin Ausschnitte aus einigen der 50 Opern singen, die sie im Repertoire hat. Darunter eine Szene aus Gioacchino Rossinis «Tancredi». Diese passe bestens, denn darin gehe es um Krieg, Heimat und Gefühle. «Wir müssen mehr mit Gefühlen arbeiten», ist die Sängerin überzeugt. Kasarova stellt die männliche Hauptfigur dar. «Hosenrollen sind spannend», sagt sie dazu. Dass sie für ihren Auftritt keine Gage erhält, ist für sie selbstverständlich. «Wir singen ja für einen guten Zweck.»

An der Gala treten auch die Sopranistin Malin Hartelius sowie Ballettsolisten, Vokal-Solisten und Musiker des Zürcher Opernhauses auf. Eine Kunstausstellung, ein VIP-Apéro und eine Auktion bilden das Rahmenprogramm.

Text: Regula Pfeifer, freie Journalistin