Editorial

Ferien engagiert

Statt in den Ferien die Seele baumeln lassen: sich engagieren!

Probieren Sie im Urlaub mal etwas Neues aus. Etwas Neues wäre zum Beispiel, statt nichts tun und sich verwöhnen lassen: sich engagieren.

Das tönt nach Anstrengung, doch erholsam ist nicht «Nichts tun», sondern «das tun, was unseren innersten Bedürfnissen entspricht». Das süsse Nichtstun, von dem wir träumen, hat zwar durchaus seine Berechtigung: Es schafft den Raum, in dem die eigenen, inneren Bedürfnisse sich zeigen können. Lesen, wandern, schwimmen, malen… ohne Termindruck, versunken im Augenblick.

Eines unserer inneren Bedürfnisse ist auch das Gefühl der Zugehörigkeit. Unsere Gesellschaft betont zwar den Individualismus: Selbstentfaltung, der persönliche Erfolg, das persönliche Glück stehen im Zentrum. Aber Glück und Erfolg in Einsamkeit machen nicht wirklich froh.

Sich engagieren ist das beste Rezept, um Gemeinschaft zu erfahren: Das Einbringen eigener Talente und Ideen, mit anderen zusammen etwas auf die Beine stellen, gemeinsam Hindernisse überwinden – das sind unvergessliche Erlebnisse, von denen man noch lange im Alltag zehren kann. Fragen Sie nur mal Jugendliche mit Zeltlager-Erfahrung!

Der schönste Familiengottesdienst im Jahr – immer Anfang Juli – heisst in unserer Pfarrei «Ferien in Sicht». Auf den Heimweg bekommen alle ein extra von der «Kreativ-Gruppe» gebasteltes kleines Geschenk, das daran erinnert: Richtig schöne Ferien entstehen dann, wenn wir nicht nur auf unsere eigene Erholung achten, sondern auch auf die der andern. Wenn wir nicht einsam, sondern gemeinsam Ferien machen. Ein Windrädli, ein kleiner Rettungsring, ein symbolisches GPS oder eine Papier-Tankstelle, am Kühlschrank, im Auto oder in der Reisetasche – all diese Dinge sagen: Gott hilft uns dabei.

Text: Beatrix Ledergerber