Vorstadt-Sounds

Kirchplatz wird gerockt

Zwei Tage, 20 Bands und drei Bühnen: Rund um die Pfarrei St. Konrad Zürich-Albisrieden gibt es jedes Jahr «Vorstadt Sounds».

Dumpfe Klänge tönen rhythmisch aus den Lautsprechern vor der Kirche St. Konrad. Anwohner und Eingeweihte wissen, dass der zweite Abend des Musikfestivals «Vorstadt Sounds» beginnt.

Bereits zum 17. Mal feiern am 27. Mai bekannte und unbekannte Bands aus Zürich und Umgebung in Albisrieden ein Musikfest mit den Leuten aus Pfarrei und Quartier. Mit Rock über Pop und Soul bis zu Anti-Folk sind unterschiedlichste Stile vertreten. Man sieht nicht nur viele junge Menschen, auch zahlreiche ältere Semester sitzen zusammen, trinken und essen etwas und geniessen sichtlich die gute Stimmung.

«Unser Quartier hat einen dörflichen Charakter», sagt Jugendarbeiter Sämi Malapati. «Die Leute sehen, dass unsere Pfarrei etwas zum Quartierleben beiträgt, dass bei uns vieles möglich ist.» «Vorstadt Sounds» war ursprünglich ein Projekt der Pfarrei St. Konrad. Mittlerweile wird das Musikfestival von einem Verein getragen und durchgeführt. St. Konrad ist jedoch nach wie vor als Hauptpartner mit dabei. Die Pfarrei stellt den gesamten Platz, die Gebäude und die Infrastruktur zur Verfügung. Auf den drei Bühnen treten insgesamt 20 Bands und einzelne Musiker auf. Sie werden angefragt und gebucht, wie es bei Musikfestivals üblich ist.

Aussergewöhnlich ist das Projekt «Bounce», das im Vorfeld durchgeführt wird. Leonie Prater ist 2017 mit dabei. Die gebürtige Ost-Schweizerin ist 21 Jahre alt und Studentin. «Ich habe mit 14 schon Musik gemacht, fühlte mich aber noch nicht bereit für Auftritte. Über eine Dozentin bin ich zum ‹Bounce› gekommen und habe mich beworben. Mein Coach hat mich dann ein halbes Jahr betreut, wir haben einiges ausprobiert und für heute ausgearbeitet.»

«Bounce» ist ein Förderungsprogramm für junge Bands und Musikschaffende. Aus den Bewerbungen werden jährlich zwei ausgewählt, die ein professionelles Coaching von bekannten Musikern, ein Fotoshooting für ihre Eigenwerbung und einen Auftritt bei «Vorstadt Sounds» bekommen. So bekommen noch unbekannte Musikmachende einen Zugang in die Musikwelt, wie Michael Studer vom Organisationskomitee erwähnt: «Es geht darum, dass du Leute kennenlernst. Dass du dein Netzwerk aufbaust. So kommen junge Leute weiter.»

Text: Oliver Sittel, freier Mitarbeiter