Etwas andere Ferien

Sehnsuchtsort Taizé

Regelmässige Gebetszeiten und Begegnungen mit Menschen schenken beim Aufenthalt in Taizé tiefe Freude.

Wenn ich Bekannten erzähle, dass ich in den Ferien nach Taizé fahre, wünschen sie mir viel Freude oder einen guten Aufenthalt. Menschen, die Taizé nicht kennen, schütteln eher den  Kopf. Ich erkläre, was Taizé ist, und gleich kommen die Fragen: «Wie kann man denn da Ferien machen? Was machst du denn die ganze Zeit?»

Zugegeben, mit klassischen Ferien wie in All-inclusive-Hotels oder Ferien-anlagen hat ein Aufenthalt in Taizé nichts zu tun. Wobei ich das All-inclusiv noch gelten lassen würde, denn dieses bedeutet noch viel mehr als nur die pure Nahrungsaufnahme.

Zum ersten Mal kennengelernt habe ich Taizé mit etwa 13 Jahren. Damals erzählte mir mein Heimatpfarrer von diesem kleinen Ort in Frankreich. Als er mir eine Kassette mit den Gesängen aus Taizé schenkte, war ich allein schon damit von der Einfachheit beeindruckt und wollte diesen Ort so schnell wie möglich besuchen. 

Mit 15 Jahren konnte ich als Teil einer Pfarreigruppe dann hin. Wir kamen an einem Samstagabend dort an und das Abendgebet hatte schon angefangen. Gesungen wurde ein Lied, das ich von meiner Kassette kannte, und die Sehnsucht, diesen Ort immer wieder besuchen zu wollen, stieg sofort in mir auf. Wenn mehrere tausend Menschen diese Lieder in so einem Einklang und in diesem Frieden miteinander singen, muss es etwas Besonderes sein. So dachte ich mir. Die Zeit hat mir gezeigt, dass ich nicht falsch lag.

Wenn ich früher als Jugendlicher andere Menschen aus vielen verschiedenen Ländern in Taizé kennenlernte, fragte man noch, wie oft der- oder diejenige schon in Taizé gewesen war. Ich zähle seit zwei Jahrzehnten nicht mehr. Es spielt einfach keine Rolle. Aufenthalte in Taizé reichten von drei Tagen bis zu mehreren Monaten. Je nach Möglichkeit kann man kommen und sich einbringen: in Gesprächen, gastfreundlich, organisatorisch oder handwerklich.

Daher ist jeder Besuch in Taizé etwas Besonderes und Einmaliges. Man kommt aus seiner jeweiligen Situation und mit immer unterschiedlichen Gefühlslagen dorthin. Der feste Tagesablauf mit Gebeten, Mahlzeiten und Gesprächsgruppen gibt den Rahmen vor, in den man sich hineingibt und dadurch frei für sich selbst mit Gott werden kann. Das macht eben das besondere All-inclusiv-Angebot von Taizé aus: Nicht nur wird mir drei Mal am Tag der Hunger gestillt, gerade die Gebetszeiten und Begegnungen mit anderen Menschen fördern das eigene Glaubensleben. Entertainment bekomme ich auch woanders. In Taizé wird mir jedoch eine tiefere Freude geschenkt, die weit über das Spasshaben hinausgeht.

Text: Oliver Sittel, freier Mitarbeiter

Noch mehr andere Ferien

Angebot laufend

Auszeit zur rechten Zeit
Zeit mit sich selber, um sich zu sammeln, sich seiner selbst, seiner Werte und Ziele wieder bewusst zu werden.
29. Juni–2. Juli, 29. Juni–7. Juli, 26.–29. Oktober, 26. Oktober–3. Nov. 2017
041 757 14 14, www.lassalle-haus.org

Gartenwoche
Hand anlegen im Park von Schönbrunn: Unter Anleitung von Gartenfachleuten erhalten die Teilnehmenden Einblick in Pflege und Unterhalt des «grünen Rahmens» des Lasalle-Hauses.
16.–21. Juli und 8.–13. Oktober 2017
041 757 14 14, www.lassalle-haus.org

Ferien in Gemeinschaft
Familien, Singles und Senioren können mit der Pfarrei Adliswil in den Schwarzwald fahren: Ausflüge, Wanderungen, Spiele, geistliche Impulse. Unterkunft im Gästehaus oder in Ferienhäusern.
7.–14. Oktober 2017, 044 711 19 19
www.kath-adliswil.ch

Pilgerreise nach Israel
Die Israel-Reise der Pfarrei St. Mauritius steht allen Interessierten offen.
2. bis 14. Juni 2018, 043 388 70 30
pfarrer.eggenberger@st-mauritius.ch

Menschen mit und ohne Behinderung
In den gemeinsamen Ferien der Behindertenseelsorge geht es auf die Suche nach Spiritualität und Freude. Freiwillige Assistenzen sind herzlich willkommen.
18.–25. August 2018, 044 360 51 45
anna.woersdoerfer@behindertenseelsorge.ch
www.behindertenseelsorge.ch