Etwas andere Ferien

Talente einbringen

Familien und Singles, Alt und Jung – in den Ferien der Fokolar-Bewegung entsteht eine Gemeinschaft, die berührt.

Bereits als Jugendliche hatte ich jeweils mit grosser Begeisterung das von der Fokolar-Bewegung angebotene «Ferien-meeting» mit vorbereitet und organisiert – und brauchte anschliessend zusätzliche Ferien, da ich mich so sehr engagiert hatte. Mit der Zeit lernte ich, mein Engagement besser einzuteilen. So bereiteten mein Mann und ich letztes Jahr mit einem Team einen Postenlauf mit gruppendynamischen Spielen für den ersten Ferientag vor, bei denen Grosse und Kleine mitmachen konnten. So waren wir am Anfang dieser Ferien sehr beschäftigt, genossen nachher umso mehr die von anderen vorbereiteten Workshops oder Wanderungen in den Dolomiten, wo die Ferienwoche 2017 stattfand. Man logiert in Ferienwohnungen oder im Hotel, meist in den Schweizer Bergen, und kann so die Zeit in Gemeinschaft wie für sich oder als Familie verbringen.

Mit dabei war letztes Jahr auch unser 18-jähriger Sohn. «Hier gibt es keine Generationen-Unterschiede», sagte er nach ein paar Tagen, und traf damit eine der Charakteristiken dieser gemeinsamen Ferien. Tatsächlich: Beim von jungen Leuten vorbereiteten Krimi- Nacht-Spiel betätigten sich Erwachsene, Kinder und Jugendliche gleichermassen als Ermittler und machten das ganze Dorf unsicher. In der sich spontan zusammengesetzten Band spielte unser 18-jähriger Sohn Piano, ein Familienvater und ein 14-Jähriger elektrische Gitarre, ein Pensionierter war am Kontrabass, weitere Jugendliche sorgten für Rhythmus, zwei 11-jährige Girls sangen dazu. Die Band spielte in den täglichen Gottesdiensten und begeisterte am Abschlussfest.

Diese gemeinsamen Ferien sind für unsere Familie kein Muss. Wir entscheiden jedes Jahr neu, ob wir dabei sein wollen oder nicht. Mein Mann macht in der Fokolar-Bewegung nicht mit, fand aber bald gute Freunde und geniesst das lockere Zusammensein in dieser Ferienwoche. 

Als die Kinder klein waren, kamen sie selbstverständlich mit. Sobald unsere Tochter im zarten Alter von sieben Jahren begann, ihre Samstag-Nachmittage im Blauring zu verbringen, war besagte Sommerferienwoche fürs Blauring-Lager vergeben. Beim älteren Sohn ebenso: Zuerst war das Jungwacht-Lager wichtig, dann Sport. Der Jüngste hingegen fühlte sich von Anfang an in den Kindergruppen der Fokolar-Bewegung wohl. Für uns ist das gut so. Wichtig war uns, dass die Kinder sich engagieren, ihre Talente und ihre Begeisterung einbringen, Gemeinschaft erleben. Für gemeinsame Familienferien fanden wir andere Momente und Orte.

Das tiefe Anliegen dieser Ferien berührt mich nach wie vor: So zusammen sein, wie Jesus es vorschlägt: «Liebt einander, wie ich euch geliebt habe.» Wenn wir uns darauf einlassen (dazu ist kein besonderer Glaube Voraussetzung, ebenso wenig muss man zur Fokolar-Bewegung gehören), erleben wir nicht nur gemeinsame Ferien mit interessanten Angeboten und spannenden Menschen, sondern eine Gemeinschaft, in der die Gegenwart Gottes berührbar wird.

Text: Beatrix Ledergerber