Pfarrei im Quartier

Auf gute Nachbarschaft

Auf gute Nachbarschaft Am jährlichen Nachbarschaftstag engagiert sich die Pfarrei Guthirt Wipkingen mitten im Quartier – damit Menschen sich begegnen können.

Alles begann mit einem Abendessen in der Pfarrei Guthirt Zürich-Wipkingen für die Nachbarn. Zunächst blieb es dabei. Doch: «Der Nachbarschaftstag bietet sich an, als Pfarrei etwas für und mit dem Quartier zu machen», erzählt Pfarrer Beat Häfliger. «So habe ich die Nachbarschaftshilfe und die reformierte Gemeinde eingeladen, mitzumachen».

Der in Europa seit 1999 eingeführte «Tag der Nachbarn» – immer am 19. Mai – soll die Solidarität unter Nachbarn fördern. Deshalb sicherte der Quartierverein Wipkingen sofort Infrastruktur und Helfende zu, wie sein Präsident Beni Weder erzählt: «Der Beat ist ein Typ, der begriffen hat, dass die Kirche auf die Strasse zu den Leuten rauskommen muss. Das gefällt uns vom Verein sehr. Und jetzt findet der Nachbarschaftstag hier auf dem Röschibachplatz statt, unserem eigentlichen Quartierzentrum.»

Trotz Regen gaben die freiwilligen Helfer und Helferinnen
alles für den Nachbarschaftsanlass.

Trotz Regen gaben die freiwilligen Helfer und Helferinnen alles für den Nachbarschaftsanlass. Foto: Oliver Sittel

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Es regnet fast den ganzen Tag. Die Aussicht, dass zum Anlass ab 18 Uhr viele Nachbarn kommen, ist bescheiden. Doch die Helfenden lassen sich nicht entmutigen, bereiten Getränke vor oder stellen Platten mit selbstgemachtem Essen auf die Tische. Alles ist gespendet, die Nachbarn dürfen sich gratis bedienen.

Ein grosses Programm gibt es nicht. Als Highlight gilt das Ehepaar Rosmarie und Lukas Wehrli,  professionelle Sänger, die von Susi Glauser am Akkordeon begleitet werden. Für Pfarrer Häfliger besteht das hauptsächliche Programm im Zusammensein: «Es geht darum, dass man sich begegnet, miteinander anstösst und sich als Nachbarn miteinander wohlfühlt.» 

Er fügt hinzu, dass es viele schöne Reaktionen auf den ersten Nachbarschaftsanlass auf Quartierebene 2016 gegeben hat. Man habe sich sehr gefreut, dass die Kirche sich auch ausserhalb der Pfarrei engagiert. 

Wie wirkt sich der Nachbarschaftstag auf die  Pfarrei aus? «Es ist wichtig, dass sich die Kirche im Quartier engagiert. Wir gehen nicht missionieren. Wir sagen, wer wir sind. Das darf man wissen. Wir tragen dazu bei, dass sich Menschen begegnen», sagt Häfliger mit Überzeugung.

Zwar sind diesmal keine 200 Gäste da wie im Vorjahr, dennoch geniessen mehr Menschen den Abend miteinander, als man bei der Wetteraussicht erwarten konnte. Mit der Begrüssung von Pfarrer Häfliger hört der Regen auf und die Sonne strahlt über dem Gemeinschaftsanlass.

Text: Oliver Sittel, freier Mitarbeiter