Hilfe für Angehörige

Partnerinnen, Eltern, Geschwister und Kinder von Menschen mit einer psychischen Krankheit fühlen sich oft überfordert und allein gelassen. Unterstützung bietet die Beratungsstelle für Angehörige psychisch Kranker.

Im Kanton Zürich leben 50 000 psychisch kranke Menschen. Deren Angehörige stehen vor einer grossen emotionalen Herausforderung und stossen regelmässig an ihre Grenzen. Seit über 30 Jahren setzt sich die Zürcher Vereinigung der Angehörigen von psychisch Kranken (VASK) für ihre Anliegen ein.

«Das Bedürfnis nach einem Austausch mit Menschen, die Ähnliches erlebt haben und erleben, ist bei vielen Menschen mit Schicksalsschlägen gross», erklärt Isabelle Bavaud, die sich freiwillig in der Telefonberatung bei VASK Zürich engagiert. 

«Loslassen – aber nicht fallen lassen, lautet unsere Devise», betont Isabelle Bavaud von der Zürcher Vereinigung der Angehörigen von psychisch Kranken.

«Loslassen – aber nicht fallen lassen, lautet unsere Devise», betont Isabelle Bavaud von der Zürcher Vereinigung der Angehörigen von psychisch Kranken. Foto: Christoph Wider, forum

1 | 1

«Angehörige für Angehörige» lautet das Motto der Vereinigung. Isabelle Bavaud weiss aus eigener Erfahrung mit ihrer psychisch kranken Mutter genau, welche Belastungen im Zusammenleben entstehen können. Von latenten Schuldgefühlen spricht sie, von Hilflosigkeit und davon, eigene Bedürfnisse in den Hintergrund stellen zu müssen.

«Der Austausch im VASK zeigt uns, dass wir nicht alleine sind und das Tabu des Schweigens und die Isolation durchbrechen können. Man bekommt Denkanstösse durch andere Sichtweisen, hört verschiedene Lösungsmöglichkeiten. Angehörige stärken sich gegenseitig den Rücken – das hilft, neuen Mut zu fassen», sagt Isabelle Bavaud.

Das Angebot ist vielfältig und niederschwellig. Sehr bewährt hat sich das Beratungs- und Kontakttelefon für Angehörige. Erfahrene Angehörige stehen dort zweimal wöchentlich zur Verfügung. Ein Team von Angehörigen mit professionellem, psychologischem Hintergrund bietet persönliche Beratung nach Vereinbarung an. 

Regelmässig werden Vorträge und Anlässe mit Experten auf der Website aufgeschaltet sowie Seminare für 
Angehörige organisiert. Auf Interesse stösst auch die Aufklärungsarbeit an Krankenpflegeschulen sowie bei Stadt- und Kantonspolizei Zürich. Monatlich finden in Zürich und Winterthur Treffpunkte für Angehörige statt.

«Loslassen – aber nicht fallen lassen, lautet unsere Devise im Umgang mit psychisch kranken Menschen», betont Isabelle Bavaud. «Es nützt niemandem, wenn auch Angehörige aus Überforderung krank werden.»

Angebot laufend

VASK Zürich sucht Freiwillige in der Telefonberatung.

Beratungs- und Kontakttelefon:
044 240 48 68.

Di, 10–14 Uhr
Do, 15–18 Uhr