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Aufsichts- von Rekursinstanz getrennt

Eine neue Aufsichtskommission übernimmt in Zukunft Visitationen in Kirchgemeinden und Zweckverbänden, während die Rekurskommission für Rekurse zuständig bleibt.

Eine neue Ausgestaltung der Aufsicht über Kirchgemeinden und Zweckverbände drängte sich auf, weil im bisherigen Modell die Rekurskommission gleichzeitig für Aufsicht und Rekurse der Kirchgemeinden zuständig war, was die Gewaltentrennung nicht vollständig gewährleistete. Um dies neu zu regeln, musste die Kirchenordnung der Römisch-katholischen Körperschaft im Kanton Zürich angepasst werden. Dieses Traktandum löste an der Synodensitzung vom 22. und 29. Juni rege Diskussionen aus.

Unbestritten war, dass die Aufsichts- von der Rekursinstanz zu trennen sei. Heftige Diskussionen hatte jedoch bereits im Vorfeld der Synodensitzung die Frage ausgelöst, wer diese Aufsicht übernehmen sollte. Der Synodalrat unterstützte an der Ratsversammlung den Vorschlag einer Mehrheit der nichtständigen Synoden-Kommission, welche das Geschäft vorbereitet hatte. Demnach sollte in der Aufsichtskommission ein Mitglied des Synodalrates Einsitz haben und gleichzeitig die Kommission präsidieren. 

Für einige Synodenmitglieder war dies zu viel der direkten Einflussnahme des Synodalrates, so dass die Synode schliesslich mit 56 zu 26 Stimmen und 4 Enthaltungen einem Minderheitsantrag zustimmte: Kein Mitglied des Synodalrates darf gleichzeitig der Aufsichtskommission angehören. 

Die Synode war dementsprechend auch dagegen, dass ein Synodalrat die Aufsichtskommission präsidiert, und beschloss deutlich, dass sich diese selber konstituiert, also das Präsidium aus ihrer Mitte wählt. Unbestritten waren Wahlmodus und Oberaufsicht: Der Synodalrat schlägt Mitglieder der Aufsichtskommission vor, die Synode wählt sie (mit der Möglichkeit, weitere Kandidaten aufzustellen). Die Oberaufsicht über das gesamte Aufsichtswesen bleibt weiterhin beim Synodalrat. Nach weiteren Detaildiskussionen nahm die Synode mit 80 Ja-, 1 Nein-Stimme und 3 Enthaltungen die Revisionen zur Kirchgemeindeordnung deutlich an.

Aufgrund des ab 2018 gültigen neuen Gemeindegesetzes musste das bestehende Finanzreglement für Kirchgemeinden und Zweckverbände angepasst werden, damit die Vereinfachungen im neuen Gemeindegesetz auch für die Kirchgemeinden anwendbar sind. Die Synode folgte der Empfehlung der Finanzkommission und nahm das neue Reglement mit 81 zu 0 Stimmen klar an. Es tritt Anfang 2018 in Kraft, sofern kein Referendum ergriffen wird.

Bereits am Anfang der Sitzung war für den aus gesundheitlichen Gründen zurückgetretenen Synodalrat Pfarrer Otmar Kleinstein ein neues Mitglied in den Synodalrat gewählt worden. Gemäss der Kirchenordnung muss eines der Exekutivmitglieder ein Priester oder Diakon sein. Das Seelsorgekapitel schlug dem kirchlichen Parlament Vikar Luis Varandas aus Fällanden vor. Er wurde mit 65 von 72 gültigen Stimmen der anwesenden 90 Synodalen gewählt. Mit ihm wird der erste Seelsorger mit Migrationshintergrund Synodalrat: Varandas hat portugiesische Wurzeln und kam als 13-jähriger in die Schweiz.

Nebst den Jahresberichten der Personalombudstelle, der Rekurskommission und der Katholischen Kirche im Kanton Zürich nahm die Synode auch die Jahresrechnung 2016 der Zentralkasse ab. Statt mit dem budgetierten Defizit von 1,4 Millionen schloss diese mit einem Überschuss von etwas mehr als zwei Millionen Franken ab. Grund dafür sind laut dem Präsidenten der Finanzkommission Peter Brunner einerseits Buchgewinne der Liegenschaften, höhere Steuererträge in den Kirchgemeinden sowie ein Minderaufwand von 1,3 Millionen beim Personal- und Sachaufwand.

Wie bereits 2015 sprach die Synode weitere 300 000 Franken für die Renovation der Klosterkirche der Benediktiner in Disentis. Bereits der katholische Stadtverband hatte dieselbe Summe gesprochen. Die Renovation kostet insgesamt 15 Millionen Franken.

Text: Beatrix Ledergerber-Baumer

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Ethikpreis und Reformationsbotschaft

Im Rahmen der Synodensitzung vom 22. Juni wurden drei Abschlussarbeiten von der Katholischen Kirche im Kanton Zürich mit ihrem Ethikpreis ausgezeichnet. Der 31-jährige Vishaj Berat bekam für seine Abschlussarbeit «Menschen mit Beeinträchtigungen besser im Facility-Management-Arbeitsmarkt inkludieren» an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften den ersten Preis mit einem Preisgeld von 5000 Franken.

Mit dem zweiten Preis wurde die Masterarbeit der 26 Jahre alten Sandrine Gehriger «Die moralische Rechtfertigung der Leihmutterschaft» ausgezeichnet. Mit der Weltarmut und welche Verantwortung die reichen Nationen in Bezug auf diese haben beschäftigte sich Anita Aerni (49) in ihrer Masterarbeit am Ethikzentrum der Universität Zürich, für die sie den dritten Preis erhielt.

Als offizieller Reformationsbotschafter der reformierten Landeskirche überbrachte Grossmünsterpfarrer Christoph Sigrist der Synode eine Grussbotschaft: «Wir können 500 Jahre Zürcher Reformation nur in ökumenischer Verbundenheit feiern.»