Gott und die Welt

Panorama 15

«Panorama» lädt zum vertieften Blick in Kolumbiens schwierigen Friedensprozess ein. Weitere Themen: Nachrufe auf Kardinal Joachim Meisner, pünktliche Marienerscheinungen, kritische Koran-Lektüre und dringliche Bekämpfung der Todesstrafe.

Kriegsende bedeutet nicht automatisch Frieden

2016 wurde in Kolumbien ein 52 Jahre dauernder Krieg beendet. Die Farc-Rebellen waren zur Entwaffnung bereit. Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos wurde für sein Engagement mit dem Friedensnobelpreis geehrt. In solchen Momenten wendet die Weltöffentlichkeit den Blick meist ab und anderen Krisenherden zu.

Nicht so die Journalistin Ursula Ott und der Fotograf Nick Jaussi. Sie fahren für «chrismon» nach Kolumbien, auf eine «Studienfahrt in die Hölle», wie es Ott beschreibt. Und kehren zurück mit einer Reportage, in der sichtbar wird, dass «Friede» kein Verwaltungsakt ist.

Weshalb das so ist, erklärt der Friedensforscher Martin Leiner. Und auch die Frage, welche Rolle die Kirchen weltweit in Friedensprozessen spielen, wird beleuchtet. Am eindrücklichsten sind jedoch die Bilder von Rebellen, die sich an ein Leben als Zivilisten gewöhnen müssen. Und die Geschichten von Nora und Emma, die so sehr traumatisiert sind, dass Versöhnung nach ferner Utopie klingt.

http://chrismon.evangelisch.de/themen/versoehnung

Kardinal Meisner verstorben

Er war ein Schwergewicht der katholischen Kirche: Kardinal Joachim Meisner, während 25 Jahren Erzbischof von Köln, dem grössten und reichsten Bistum Deutschlands.

Meisner gehörte zum konservativen Flügel der katholischen Kirche. Er hatte zu Johannes Paul II., seinem Förderer, ein enges Verhältnis. Und er unterstützte Benedikt XVI. ebenso pointiert wie angriffsfreudig im Kampf gegen «Relativismus» und «Zeitgeist». 

Mit Franziskus konnte er sich jedoch nie anfreunden und kritisierte ihn Ende November 2016 überraschend öffentlich für dessen Haltung gegenüber wiederverheirateten Geschiedenen.

Die Nachrufe in der «Welt» und in der «FAZ» beleuchten Kardinal Meisner und sein Wirken aus unterschiedlichen Blickwinkeln.

https://www.welt.de/politik/deutschland/article166300190/Mahner-gegen-den-Zeitgeist-in-der-katholischen-Kirche.html

http://www.faz.net/aktuell/politik/unbeirrbar-zum-tode-von-joachim-kardinal-meisner-15092195.html

Maria ist pünktlich

Salvatore Caputo nennt sich Seher. Und er kann sich auf die Minute genau mit Maria verabreden. Und zwar so, dass daraus für alle Anwesenden eine Erscheinung wird. Beispielsweise in der Laurentius-Kapelle in Unterflossing in Oberbayern. Sophie Rohrmeier hat sich für die «Zeit» auf Spurensuche gemacht und davon einen erfrischend nüchternen Text mitgebracht, in dem selbst Kirchenvertreter sehr entspannt auf Dinge reagieren, die auch der katholischen Kirche nicht ganz geheuer sind.

http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2017-06/marienerscheinung-unterflossing-jungfrau-maria-katholische-kirche-bayern

Der Koran ist kein Hindernis

In der «Süddeutschen» argumentiert die Islamwissenschaftlerin Katajun Amirpur überzeugend, dass es eine kritische Lesart des Korans längst gibt. Und dass die Vereinbarkeit des Islams mit Werten wie Menschenrechten und Demokratie nicht am Koran, sondern an einer bestimmten Auslegung scheitert.

www.sueddeutsche.de/kultur/debatte-nach-dem-islamismus-1.3570221

Todesstrafe weltweit bekämpfen

Die katholische Basisgemeinschaft Sant’Egidio hat in Washington eine internationale Konferenz zum Thema «Todesstrafe» mit organisiert. In einem Gespräch mit «Radio Vatikan» betont Carlo Santoro, dass die Vernetzung von 150 Organisationen, die gegen die Todesstrafe kämpfen, wichtiger denn je sei, «denn es gibt starke Bestrebungen in verschiedenen Ländern, die Todesstrafe einzusetzen.»

de.radiovaticana.va/news/2017/06/26/sant%C2%B4egidio_todesstrafe_weltweit_bek%C3%A4mpfen/1321416

Text: Thomas Binotto

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In dieser Rubrik weisen wir auf lesens-, sehens- und hörenswerte Geschichten hin, die im Netz frei zugänglich sind. Und eröffnen damit ein von unserer Redaktion kuratiertes Panorama über den Gartenzaun hinaus.