100 Jahre «Katholischer Presseverein»

Medienkompetenz fördern

Der Schweizerische Katholische Presseverein feiert seinen 100. Geburtstag. Eine überholte Institution? Ein Gespräch mit Vereinspräsident Markus Vögtlin.

forum Es gibt ja gar keine Katholische Presse mehr. Was soll ein katholischer Presseverein?

Markus Vögtlin: Der neue Claim in unserem Logo sagt es: «… fördert christliche Medienarbeit». Katholische Medien und Medienarbeit von Orden, Pfarreien und Gemeinschaften gibt es nach wie vor. Der Schweizerische Katholische Presseverein SKPV unterstützt sie mit Kursen und anderen Angeboten und organisiert den Mediensonntag, den er seinerzeit selber ins Leben gerufen hat.

Gibt es neue Ideen?!
In den letzten Jahren haben wir Kurse für Mediengestaltung angeboten, die von Medienverantwortlichen aus Pfarreien und kirchlichen Gemeinschaften rege besucht wurden. Künftig möchten wir für nichtkirchliche Medienleute Kurse in Kirchenkompetenz anbieten. Wir haben unsere Statuten erneuert, um sie unseren zukünftigen Aufgaben anzupassen.

Zum Jubiläum gibt es eine Festschrift – reiner Rückblick?
Nein, sie bietet nicht nur in geraffter Form eine Tour d’Horizon über hundert Jahre katholische Pressegeschichte in der deutschen und der französischen Schweiz, sondern ist auch vorwärts gerichtet mit sehr anregenden Überlegungen zur Zukunft der katholischen Medien aus der Feder jüngerer katholischer Medienschaffender.

Warum lohnt sich die Lektüre?
In der Schrift spiegelt sich nicht nur ein spannendes Stück katholischer Kirchengeschichte, sondern auch der Schweizer Pressegeschichte allgemein. Ich finde das hochinteressant.
Auf der Website des Pressevereins werden zudem bei Erscheinen der Festschrift viele Originaldokumente und Fotos sowie alle Jahresberichte der vergangenen hundert Jahre zu finden sein. Der Presseverein erfüllt damit auch eine wichtige Aufgabe als Chronist und historisches Gedächtnis der katholischen Mediengeschichte in der Schweiz.

Wie finanziert der Presseverein seine Angebote?
Der Presseverein muss mit den Beiträgen seiner derzeit etwa 600 Mitglieder auskommen. Dazukommen Entgelte für Mandate und Dienstleistungen an Dritte wie die Organisation des Mediensonntags oder die Nachlassverwaltung der Presseagentur Kipa-Apic, die übrigens auch vor hundert Jahren gegründet wurde und heute im katholischen Medienzentrum kath.ch weiterlebt. Die wöchentliche Zeitungsseite «Christ und Welt» wird von einigen Kantonalkirchen mit 9 000 Franken mitfinanziert.
Die Kosten für die Jubiläumsveranstaltung sind gedeckt aus dem Nachlass der Kipa-Genossenschaft und von Sponsoren. Dem Katholischen Presseverein, der für seine Aufgaben ein Pressesekretariat führt, standen 2016 insgesamt 165 000 Franken zur Verfügung. Damit wird auch der Geschäftsführer in Teilzeit entlöhnt. Der Vorstand arbeitet ehrenamtlich.

Warum braucht es katholische Medien?
Der SKPV wurde vor hundert Jahren gegründet mit dem Ziel, den Katholiken die Bedeutung der katholischen Medien ans Herz zu legen. Dieses Ziel ist heute noch aktuell: Jede Institution braucht Medien, um ihre Werte und Überzeugungen zu vermitteln und die Mitglieder darin zu bestärken.





Am 9. September 2017 findet auf dem Zugersee der Festakt»100 Jahre Schweizerischer Katholischer Presseverein SKPV» statt. Um 11.00 Uhr legt das Schiff ab, auf dem Musik, eine Besinnung mit Medienbischof Alain de Raemy, ein Referat des Zuger Nationalrates Gerhard Pfister und ein Podiumsgespräch zum Programm gehören. Eingeladen sind Mitglieder des SKPV – oder solche, die es bis dahin werden.


www.skpv.ch

Text: Beatrix Ledergerber-Baumer

Angebot laufend

Der Theologe und Publizist Markus Vögtlin schrieb bei der «Ostschweiz» und beim «Sonntag» und wirkt heute als Seelsorger und Gemeindeleiter in Wohlenschwil-Mägenwil.

Angebot laufend

Am 9. September 2017 findet auf dem Zugersee der Festakt»100 Jahre Schweizerischer Katholischer Presseverein SKPV» statt. Um 11.00 Uhr legt das Schiff ab, auf dem Musik, eine Besinnung mit Medienbischof Alain de Raemy, ein Referat des Zuger Nationalrates Gerhard Pfister und ein Podiumsgespräch zum Programm gehören. Eingeladen sind Mitglieder des SKPV – oder solche, die es bis dahin werden.

www.skpv.ch