Seelsorgerat Zürich

Beziehungen begleiten

Der erste Zürcher Pastoralkongress will die Begleitung von Paaren und Familien in den Pfarreien fördern.

Eine Unmenge an Impulsen für die Pfarreiarbeit ist noch nicht aus dem Papst-Schreiben «Amoris Laetitia» zur Ehe- und Familienpastoral gehoben worden. Dies wollen die drei für den bevorstehenden Pastoralkongress zuständigen Vertreter des Zürcher Seelsorgerates ändern. Denn: «Beziehungspastoral setzt lange vor der Krise ein!», mahnt Kommissionspräsidentin Angelika Hecht. 

«Amoris Laetitia» werde ausserdem oft reduziert auf das, was darin über geschiedene Wiederverheiratete und
Homosexuelle stehe. «Die Kraft des Schreibens kann aber nur wirken, wenn wir uns mit dem ganzen Text
auseinandersetzen», betont sie.

Junge Erwachsene in Beziehung und junge Familien würden zudem in manchen Pfarreien wenig in den Blick genommen, meint Rudolf Vögele, Pastoralamtsleiter im Generalvikariat: «Jedes Paar, jede Familie ist anders. Es braucht Zeit, Aufbauen von Beziehungen, Gespräche.»

Der bevorstehende «Pastoralkongress» will neu ganze Teams aus Pfarreien ansprechen, Hauptamtliche und Teilzeit- Angestellte ebenso wie Pfarreirats- oder Kirchenpflegemitglieder, ehrenamtlich Engagierte und interessierte Pfarreiangehörige. «Wir Ehrenamtlichen müssen unsere Lebenserfahrung und unsere Einstellungen einbringen, unsere Wünsche und Bedürfnisse an eine Paar- und Familienpastoral äus-sern», sagt Angelika Hecht, die selber lange in einem Pfarreirat engagiert war. Denn die Entwicklung einer wirkungsvollen Beziehungspastoral, die weder zum Rigorismus noch zum Laxismus tendiere, sei Aufgabe von allen.

«Die Teams können bereits an der Tagung gemeinsam überlegen: Was nehmen wir mit? Was können wir in unserer Pfarrei umsetzen?», sagt Vögele. Deshalb ist im Programm «Kreatives Arbeiten in Kleingruppen» und «Arbeit in Themengruppen» vorgesehen. Die Präsentation von Ideen hat ebenso Platz wie Konkretisierungsvorschläge. Denn «der Kongress will nicht nur informieren, sondern einen Prozess auslösen», sagt Markus Schenkel, Diakon in Wald.

Als Hauptreferent wurde der Einsiedler Mönch Martin Werlen eingeladen. «Wir wollten jemand, der mit Überzeugung spricht», sagt Angelika Hecht dazu. Markus Schenkel ergänzt: «Er kann die vorhandene Spannung pointiert ausdrücken und damit herausfordern.»


Samstag, 16. September, 9.00–16.00
Pastoralkongress
Centrum 66, Hirschengraben 66, Zürich.
Anmelden bis 9. September: 044 266 12 66, generalvikariat@zhkath.ch

www.zhkath.ch/organisation/gv/seelsorgerat/tagungen/pastoralkongress-2017

Text: Beatrix Ledergerber-Baumer