Panorama

Mit Schwesterncourage gegen «Hexen»-Verfolgung

In Papua-Neuguinea kämpfen Schweizer Schwestern gegen Hexenwahn. 
In Belgien brauen Trappisten mit «Steinzeitmethoden» ein Kultbier.
Kardinal Kurt Koch und SEK-Präsident Gottfried Locher sind im Dialog.
Der Netz-Profi Sascha Lobo geht aus Selbtschutz offline.
Und der Ingenieur Heinz Scheuring warnt vor der Überschätzung künstlicher Intelligenz.


Mit Schwesterncourage gegen «Hexen»-Verfolgung

Die Fotografin und Autorin Bettina Flitner ist in Papua-Neuguinea dem Hexenwahn begegnet – aber auch Franziskanerinnen aus der Schweiz, die mutig und unermüdlich dagegen ankämpfen.

Die Reportage wahrt nicht nüchterne Distanz. Wie auch, wenn Flitner am Frühstückstisch erfährt, dass die brutal gefolterte Teno gestorben ist, nachdem sie die schwer verletzte Frau am Vorabend noch in den Armen von Schwester Lorena fotografiert hatte.

In einem Land, in dem nach Schätzungen 96 Prozent der Bevölkerung christlich sind, kämpfen Schwester Lorena und ihre Mitschwestern gegen den Hexenwahn. Die eskalierende Gewalt und die steigende Zahl von «Hexenverbrennungen» sehen sie als Folge des unkontrollierten Einbruchs der westlichen Welt. Auch die Kirche habe grosse Fehler gemacht und sei nicht behutsam genug auf die Menschen eingegangen, sagt Schwester Lorena, die nun schon seit 38 Jahren hier lebt. – Ein eindrückliches Zeugnis – eindrücklich dokumentiert!

http://chrismon.evangelisch.de/artikel/2017/34809/papua-neuguinea-frauen-werden-als-hexen-verfolgt

Was wir vom Bier lernen können

Die Trappisten-Mönche der Abtei Sankt Sixtus brauen eines der besten Biere der Welt. – Wer es trinken will, dem wird allerdings einiges zugemutet: Es muss ihm gelingen, in einem engen Zeitfenster telefonisch seine maximal zwei Kisten à 24 Flaschen zu reservieren, die er dann persönlich im flämische Westvleteren zur richtigen Zeit abholen muss. Die Mönche setzen sich und ihren Kunden radikale Grenzen. Und haben damit grossen Erfolg.

René Höltischs «Bier-Report» aus Belgien ist nicht nur für Geniesser gepflegter Braukunst ein äusserst lohnenswerter Lesestoff, er hält auch gleich noch eine Erkenntnis für das Kirchen-Marketing bereit: Wenn die Qualität stimmt, muss man sie nicht verschleudern. Dann entsteht sogar mit altmodischen Methoden ein Kult über Kirchenmauern hinaus.

https://www.nzz.ch/wirtschaft/moenche-alte-familien-und-junge-wilde-ld.1312737

Dialog – immerhin

Zugegeben, das Doppelgespräch mit Kardinal Kurt Koch und SEK-Präsident Gottfried Locher in der «NZZ» strotzt nicht vor neuen Erkenntnissen und überraschenden Küchen-

rufern. Aber es betont einmal mehr die Verpflichtung der Christenheit, aus der gemeinsamen Quelle nach Jahrhunderten der Trennung wieder zu einer gemeinsamen Mündung zu finden. Immerhin.

https://www.nzz.ch/schweiz/die-hoechsten-geistlichen-im-gespraech-es-ist-theologisch-nicht-haltbar-dass-wir-getauften-auf-immer-getrennt-bleiben-ld.1313401

Selbsterkenntnis führt offline

Spiegel-Kolumnist Sascha Lobo ist weder Kulturpessimist noch Internetmuffel. Deshalb ist auch sein Weg zur Selbsterkenntnis so überzeugend und erhellend, der ihn dazu geführt hat, bei Terroranschlägen Medienabstinenz zu üben. Lobo versucht, sich damit seine Fähigkeit zum Mitfühlen zu bewahren.

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/terroranschlaege-in-sozialen-medien-sascha-lobo-ueber-seine-strategie-a-1164185.html

Überschätzte künstliche Intelligenz

In einem Gastbeitrag der «NZZ am Sonntag» warnt der Maschineningenieur Heinz Scheuring vor Szenarien einer baldigen Zukunft, in der wir Menschen von der künstlichen Intelligenz beherrscht werden. Scheuring zeigt nicht nur auf, dass es noch gewaltige, womöglich unüberwindbare technologische Entwicklungsschritte bis dahin braucht. Er wirft den Medien auch vor, dass sie viel zu wenig fundiert und differenziert berichten und damit unbegründete Ängste schüren.

https://nzzas.nzz.ch/wissen/maschinelle-intelligenz-wird-massiv-ueberschaetzt-die-menschheit-ist-nicht-bedroht-von-robotern-ld.1311501?reduced=true

Text: Thomas Binotto