Jubiläum in Dietikon

Schatztruhe geöffnet

Bis zu 300 Jahre alt sind die liturgischen Gefässe und Paramente im Kirchenschatz von St. Agatha Dietikon. Nun werden sie in einer Ausstellung gezeigt.

Sorgfältig, und nur mit Handschuhen, nimmt Sigristin Vesna Bariši’c die grosse Monstranz hervor. Ein goldig-silbriger Strahlenkranz rund um das herzförmige Behältnis für die geweihte Hostie, die Mutter Gottes, Gott-Vater und der Heilige Geist in Form einer Taube, zuoberst ein Kruzifix: das in feinster Goldschmiedekunst im Jahr 1710 hergestellte Bildprogramm erzählt die ganze Heilsgeschichte.

«Schon seit langem fand ich, dass ein solch wunderschöner Kirchenschatz den Leuten gezeigt werden sollte», sagt Kirchgemeindepräsident Karl Geiger. Doch um diesen bei einer Kirchgemeindeversammlung aufzustellen, war der Schatz zu kostbar. So nahm Geiger mit dem Ortsmuseum Dietikon Kontakt auf. Regula Stauber, Leiterin der Kommission für Heimatkunde Dietikon, war sofort dabei. Als dann noch der frisch pensionierte Kunsthistoriker Hanspeter Lanz, ehemals Kurator für Edelmetall beim Landesmuseum Zürich, gewonnen werden konnte, stand dem Projekt nichts mehr im Wege.

Mit viel Engagement organisieren Regula Sauber und Karl Geiger die Ausstellung des Kirchenschatzes.

Mit viel Engagement organisieren Regula Sauber und Karl Geiger die Ausstellung des Kirchenschatzes. Foto: Foto: Christoph Wider

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Anhand von noch vorhandenen Kaufbriefen konnten einige Objekte genau datiert werden. Im Kloster Fahr bekam Regula Stauber wichtige Informationen zu den liturgischen Gewändern. «Die kostbaren Messgewänder sind mit echten Goldfäden durchwirkt», erklärt sie. «Dadurch wurden sie schwer, die Priester trugen ein grosses Gewicht auf sich!»

Gezeigt werden die Kostbarkeiten im Rahmen des 90-Jahr-Jubiläums der Kirche St. Agatha. Katholische Gottesdienste werden hier jedoch schon viel länger gefeiert: 1089 wird die Pfarrkirche von Dietikon erstmals erwähnt. Während der Reformation wurden zwar Bilder und Altäre entfernt. Doch schon zwei Jahre später konnten die Katholiken wieder Gottesdienste feiern, dank dem Kirchenpatronat des wieder hergestellten Klosters Wettingen. Aber auch die Reformierten benützten die Kirche: Dietikon wurde wie Rheinau eine Simultankirche. Die wechselvolle Kirchengeschichte kann im Rahmen der Ausstellung in einer Tonbildschau verfolgt werden.

Zusammen mit einem Schreinermeister vermessen nun Karl Geiger und Regula Stauber die goldigen Kelche, die Monstranz und das Reliquiar. Damit die Transportkiste dann gross genug für die kostbaren Ausstellungsstücke wird.

Text: Beatrix Ledergerber-Baumer

Angebot laufend

Ausstellung
16.–21. September.;
Sa 11.00–19.00 Uhr,
So 10.30–19.00 Uhr,
Mo–Do, 16.00–19.00 Uhr.
Katholisches Pfarreizentrum St. Agatha, Dietikon.


Jubiläumsgottesdienst
mit Abt Anselm von der Linde vom Kloster
Wettingen-Mehrerau: So, 10. 9., 10.00 Uhr,
Kirche St. Agatha Dietikon.