Labyrinth in Elgg

Im Maisfeld zur Mitte finden

Mit besinnlichen Gedanken den richtigen Weg suchen: Das Labyrinth von St. Georg Elgg bietet ein einmaliges Erlebnis.

Auf dem schmalen Pfad zwischen den gut zwei Meter hohen Maisstauden stehen zwei Dritt-Klass-Mädels und überlegen, ob sie nach rechts oder nach links weitergehen sollen. Auf der Tafel an der Wegkreuzung steht der Psalmspruch «Schenke mir Einsicht, Herr, für die rechte Wahl!». Lachend rennen die zwei los, suchen die Posten, wo sie ihre Stempelkarten lochen können. Drei ovale Weg-Kreise, verbunden mit Querpfaden, führen schlussendlich zur Mitte.

Hier steht ein Holzturm, von dem aus man das ganze Maisfeld überblicken kann. «Diesen Turm haben wir selber gebaut», sagt der pensionierte Bauer und Labyrinth-OK-Mitglied Hansjakob Steinemann stolz. «Im OK sind auch zwei Baufachleute. Wir alle haben Hand angelegt», erklärt er und sammelt ein paar vom Sturm heruntergefallene Maiskolben ein – «nicht dass die Leute denken, sie könnten den Mais hier mitnehmen».

Das Mais-Labyrinth in Elgg, wie es keiner sieht, der sich den Weg durch Feld sucht.

Das Mais-Labyrinth in Elgg, wie es keiner sieht, der sich den Weg durch Feld sucht. Foto: zvg

Drei ovale Weg-Kreise, verbunden mit Querpfaden, führen schlussendlich zur Mitte.

Drei ovale Weg-Kreise, verbunden mit Querpfaden, führen schlussendlich zur Mitte. Foto: Christoph Wider, forum

Nach den ersten Skizzen wurde im Frühling das Maisfeld genau vermessen, mit Schnüren und Markierungen der Pfad aufs Feld übertragen und zusätzlich mit Sägemehl bezeichnet.

Nach den ersten Skizzen wurde im Frühling das Maisfeld genau vermessen, mit Schnüren und Markierungen der Pfad aufs Feld übertragen und zusätzlich mit Sägemehl bezeichnet. Foto: zvg

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Die Kinder rennen hin und her, die einen finden schnell alle Posten, die anderen lassen sich Zeit, hören das Rascheln der Stauden und die Stimmen der anderen Kinder, die sie nicht sehen. Ein wenig mulmig ist es schon – «aber wir sind ja zu zweit», tröstet sich Tabea selber.

Nach den ersten Skizzen wurde im Frühling das Maisfeld genau vermessen, mit Schnüren und Markierungen der Pfad aufs Feld übertragen und zusätzlich mit Sägemehl bezeichnet. Bereits beim Säen hatte der Bauer darauf geachtet, dass der Mais dichter steht und nicht wie sonst in Reih und Glied – da hätte man zwischen den Reihen hindurchsehen können.

Mehrmals wurde der Mais auf dem Pfad zurückgeschnitten, so dass man nun zwischen den übermannshohen Stauden ein echtes Labyrinth-Erlebnis hat. «Schon lange wünschte ich mir ein Labyrinth für unsere Pfarrei», sagt 
Gemeindeleiter Martin Pedrazzoli. 

«Besinnliche Gedanken auf dem Weg zur Mitte, dem Weg zu uns selbst, wie auch Informationen über den Mythos von Ariadne und ihrem roten Faden, das Erleben des Menschheitssymbols Labyrinth – das alles ist einmalig und dank unserem tollen OK und dem freundlichen Landbesitzer möglich geworden», freut er sich. Bis zum Pfarreifest vom 24. September bleibt das Labyrinth im Maisfeld gleich neben der Kirche St. Georg in Elgg geöffnet.

Text: Beatrix Ledergerber-Baumer

Veranstaltungstipp

Angebot laufend

So, 24.9., 10.00–15.00 Uhr
Festgottesdienst und Pfarreifest
mit Speis und Trank, Spielen, Wettbewerb im Maislabyrinth, Kutschenfahrt usw.
Kirche St. Georg, Elgg