Jugendseelsorgeforum

Sichere Orte bieten

Nur ein klares Konzept kann Kinder und Jugendliche vor sexueller Gewalt schützen. Das Jugendseelsorgeforum 2017 stellt sich diesem Thema.

«In jedem Umfeld kann es potenzielle Täter und Täterinnen geben. Diese gehen immer strategisch und manipulativ vor, so dass man ihre Taten nicht erkennen kann. Nur wer das anerkennt und für die eigene Institution eine Strategie zur Prävention vor sexueller Gewalt entwickelt, kann Kinder und Jugendliche schützen.» Ute Spiekermann von der Fachstelle Limita findet klare Worte.

In ihrem Impulsreferat am Jugendseelsorgeforum vom 5. Oktober hält sie deshalb auch keinen Vortrag, sondern stellt Situationsbeispiele zur Diskussion: Was ist ein Übergriff und was nicht – und woran lässt sich das festmachen? «Es muss geklärt werden: Was ist meine Rolle und mein Auftrag gegenüber den Kindern und Jugendlichen, mit denen ich zu tun habe, und was gehört nicht dazu? Wie besprechen wir das im Team? Was machen wir transparent?» 

Gerade um einer Misstrauenskultur vorzubeugen, sei es wichtig, Risikosituationen unaufgeregt zu benennen und klare Qualitätsstandards zu entwickeln, wie kirchliche Mitarbeitende und Freiwillige mit diesen Situationen umgehen – und wie man miteinander darüber redet. Sich privat mit einem einzelnen Kind zu treffen – das ist eine solche Risikosituation. Oder wie halten wir es mit dem Duschen im Lager? Wer begleitet ein krankes Kind zur Toilette? Wie trösten wir, wie gehen wir um mit Distanz und Nähe? 

Auf diese Fragen braucht es Antworten, die allen im Team bekannt sind. Und wenn im Alltag neue Fragen auftauchen, müsse das offen und transparent angesprochen werden, betont die Präventionsfachfrau.

Am Jugendseelsorgeforum spricht auch Daria Möller, Referentin für kirchliche Jugendarbeit im Bistum Freiburg. Die ausgebildete Fachfrau für das Thema Schutz vor sexueller Gewalt und Ausbilderin zu diesem Thema zeigt Beispiele von «Good Practice» auf.

Frank Ortolf ist Leiter der Jugendseelsorge Zürich, die das Jugenseelsorgeforum veranstaltet. Denn: «Viele junge Menschen verbringen in kirchlichen Institutionen ihre Freizeit», sagt er. «Wir müssen Rahmenbedingungen schaffen, damit sie dies unbesorgt tun können.» Dazu gehöre ein klares Risikomanagement und – für den Notfall – ein klares Krisenmanagement.

Text: Beatrix Ledergerber-Baumer

Angebot laufend

Donnerstag, 5.Oktober
9.00–13.00 Uhr
«Schutz vor Sexueller Gewalt»
Volkshaus, Stauffacherstrasse 60, Zürich
Eintritt frei.
Anmeldung bis 28.9.:
info@jugendseelsorge.ch