Unsere Kirchenpatronin

Theresia von Lisieux

Pfarrer Othmar Kleinstein über sein Verhältnis zur «kleinen Thérèse», der Patronin seiner Pfarrkirche.

Unsere Kirchenpatronin bedeutet mir sehr viel. Theresia von Lisieux  (1873–1896) oder die kleine Theresia – wie sie auch genannt wird – hat etwas Bodenständigen in ihrer Spiritualität. Sie ist keine heroische Heilige, vor der man bewundernd, mit offenem Mund steht, aber nicht viel für das eigene Leben mitnehmen kann. 

Eigentlich weist ihr Leben nichts Besonderes auf. Aber für mich ist es gerade das, was die hl. Theresia auszeichnet und sie auch für heutige Menschen bedeutsam werden lässt. Therese lehrt den kleinen Weg zur Heiligkeit, was nichts anderes heisst, als die kleinsten Dinge mit einem Herzen voller Liebe tun.Wunderbare Zitate von Theresia konkretisieren ihre Spiritualität: «Ich begann damit, kleine Gelegenheiten zu suchen, um andere zu erfreuen, und merkte in meinem Herzen, dass Jesus darüber mehr Freude hat als über ein grossmütig durchlittenes Martyrium. Wenn ich Lust hatte, nichts zu sagen oder ein gelangweiltes Gesicht zu machen, überwand ich mich und lächelte doch und sagte ein liebenswertes Wort und mein Herz wurde froh.»

Kardinal Kurt Koch schreibt: «Die grösste und zugleich modernste Heilige ist für mich die kleine Theresia vom Kinde Jesu. Ihr ‹kleiner Weg zu Gott› hilft auch mir, Heiligkeit nicht im Heroischen und Sensationellen, sondern unter dem Schleier des Unauffälligen und Unscheinbaren des alltäglichen Lebens zu suchen, und zwar in der Gewissheit, sie dort auch zu finden.»

Text: Othmar Kleinstein