Kolumne

Kleine Engel im Kinderspital

Auch im Kinderspital gibt's Engel. Sie passen in jede Hosentasche...

Sie sind klein. Sie schauen irgendwie frech aus und rufen Entzücken hervor. Hier ist die Rede von den Hosensackengeli, den kleinen Begleitern der Spitalseelsorge im Kinderspital Zürich. Hosensackengeli sind kleine abgeflachte Glasmurmeln, an deren Unterseite das Bild eines kleinen Engels klebt. Wie von Kinderhand gemalt, bunt, mal dick, mal dünn, oft mit einem Herz auf dem Kleidli und mit einem grossen Lächeln im Gesicht.

Sie sind so klein, dass sie gut in den Hosensack passen. Daher der Name. Mehr noch: Es beschreibt ihre Aufgabe. Sie wollen kleine Begleiter sein. In diesem Sinne verschenken die Spitalseelsorgerinnen und Seelsorger gerne diese kleinen Engeli. Die Eltern der kleinen Kinder hüten sie für ihr Kind. Ältere Kinder suchen sich ihren Engel selbst aus. Ich überreiche den Hosensackengel mit solchen Worten: «Er soll Ihnen (dir) zeigen, dass Gottes Engel nah ist und da ist in guten und in schweren Tagen. Gottes Engel möchte Kraft und Trost schenken.» Die Kinder strahlen über dieses kleine Geschenk. Die Eltern freuen sich über die Geste. Manches Mal sehe ich Tränen in ihren Augen. Sie verstehen die Botschaft – ohne viele Worte.

Hin und wieder «fliegt» der Hosensackengel auch zu Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern – in einer persönlich schwierigen Situation oder zum Abschied. Die kleinen Engel machen ihre Aufgabe gut.

Gelegentlich wird mir bei einem späteren Seelsorgebesuch gesagt: «Ihren Engel habe ich immer bei mir.» Kinder erkennen mich wieder: «Sie haben mir den Engel geschenkt.» Der Engel zaubert schwierige Situationen nicht einfach gut. Er lädt ein, Gott zu vertrauen. Und das kann heilsam sein.

Text: Sabine Bohnert Spitalseelsorgerin im Universitäts-Kinderspital Zürich

«Glauben Sie an Engel?»

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Einsendeschluss ist der 30. November 2017.

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