Unser Kirchenpatron

Martin von Tours (11. November)

Otmar Bischof, Pfarrer in Meilen über «seinen» Kirchenpatron St. Martin.

Der Heilige Martin von Tours (316 bis 397) hat alles geteilt, nicht nur seinen Mantel mit einem armen Mitmenschen. Denn zuvor hat er alles empfangen: Leben, Verstand und Gefühl, Mantel und Glaube. Nach der konstantinischen Wende hat er mancherorts eine allzu verbeamtete Kirche und Staatsfrömmigkeit erlebt, aber zum Glück auch einen Theologen wie Hilarius von Poitiers.

Energisch hat Martin in Trier versucht, in innerkirchlichen Machtkämpfen zu vermitteln und den Bischof Priscillian, der sich gegen Sklaverei und die Unterdrückung der Frau einsetzte, vor Verleumdung und kaiserlicher Hinrichtung zu retten, leider vergebens.

Wie heute Papst Franziskus hat Martin damals zu einer Erneuerung der Kirche beigetragen, sich also von Jesus und der konkreten Situation seiner Mitmenschen berühren lassen.

Trotz Widerständen in Welt und Kirche ist er zu einer entscheidenden Leitfigur der Christianisierung Europas geworden. Bereits anfangs des 7. Jahrhunderts wurde die erste Kirche in Meilen nach Martin benannt, wo er uns bis heute im Glauben und Handeln inspiriert.

So dürfen wir in Meilen und in allen Pfarreien weltweit die stetige und unspektakuläre Erneuerung der Kirche miterleben, mit Gottes Hilfe!