im züripiet diehei

Grenzenloses Licht

Das Licht von Bethlehem weiter schenken – dafür engagieren sich Vreni und Walter Stählin seit 25 Jahren.

Es war an einem Quartierfest im Sommer 1993.Walter Stählin war im OK, seine Frau Vreni verkaufte Öl-Lampen für das österreichische Hilfswerk «Licht ins Dunkel». Bei der Spendenübergabe steckt dessen Geschäftsleiterin die Stählins mit ihrer Begeisterung für die Friedenslicht-Idee an – die sie seither nicht mehr losgelassen hat. Seit 1986 entzündet jeweils ein Kind in der Geburtsgrotte Jesu in Bethlehem ein Licht, welches mit einer speziellen Laterne mit dem Flugzeug nach Wien gebracht wird. Zuerst wurde das Licht – vom ORF übertragen – nur in Österreich verteilt. 

«Die Einfachheit dieser Botschaft hat uns berührt», sagt Vreni Stählin. «Sie hat keine Grenze, weder politisch, kulturell oder religiös: Das Licht, den Wunsch nach Frieden, weitergeben, ganz offen und frei, von Mensch zu Mensch.» Sie nimmt eine grosse Laterne hervor, die das Ehepaar seit 25 Jahren begleitet und immer wieder das Licht von Bethlehem geborgen hat. Sie holten damit das Licht in Bregenz und brachten es nach Zürich, wo sie es an einem Stand auf dem Vorplatz ihres Geschäftes und später im Hauptbahnhof Zürich in Toni-Gläsern weitergaben. 

Da viele Leute etwas spenden wollten, holten sie «Aktion Denk an mich» ins Boot. Die Idee zog Kreise, immer mehr Menschen und ganze Kirchgemeinden wollten das Licht in ihre Mitte holen. Daher mussten aus Sicherheitsgründen spezielle Kerzen und Laternen eingesetzt werden. «In der Garage richteten wir ein Versand-Lager ein», erzählt Vreni Stählin. Heute übernimmt eine Kerzen-Firma diese Aufgabe. Der Gewinn aus dem Verkauf wird hälftig an «Denk an mich» und für den Erhalt von «Friedenslicht Schweiz» eingesetzt.  

«Seit einigen Jahren holen Jungwacht- und Blauringleiter in Wien das Licht und bringen es nach Zürich», erzählt Walter Stählin, der im Verein Friedenslicht Schweiz als Präsident fungiert.  Nach Verhandlungen mit der Stadt wurde es möglich, das Licht von Bethlehem mit einem Schiff zum Bürkliplatz zu bringen, wo es dann – umrahmt von einer Feier – an alle weitergegeben wird. «Heute gelangt das Licht ausser nach Zürich auch direkt nach Basel, Freiburg, Lugano und Luzern. Und in über 30 weitere Länder in Europa und sogar auch nach Übersee», freut er sich.

Text: Beatrix Ledergerber-Baumer