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Glauben sie an Engel?

Wir haben unsere Leserinnen und Leser in der Nummer 23/2017 nach ihren ganz persönlichen Engelsgeschichten gefragt. Eine Auswahl der bei uns eingetroffenen Zuschriften veröffentlichen wir hier. Sie sind auf ihre Weise auch Weihnachtsgeschichten.

Auf dem Bahnhof Zürich angekommen, merke ich, dass ich keine Handtasche mehr habe. Portemonnaie, Hausschlüssel … alles weg. Zwei Polizisten im Bahnhof können mir auch nicht helfen.

Unwillkürlich gehe ich in die Knie. Ich hocke wie ein kleines Kind mitten auf dem Platz vor den Gleisen. Ich spüre eine ungeheure Hilflosigkeit, Verlassenheit, Einsamkeit.

Plötzlich steht ein junger Mann vor mir und streckt mir zehn Franken hin. Ich sehe ihn fassungslos an. Er sagt: «Reicht das nicht?» und gibt mir nochmals zehn Franken. Dann ist er weg.

Ein grosser junger Mann, eher blond. Ich konnte ihm nicht danke sagen, so schnell war er weg. Ich denke, das war ein leibhaftiger Engel.

Als ich zu Hause ankam, sagte mein Mann: «Das Fundbüro in Winterthur hat angerufen. Deine Tasche ist wieder da.»

H. H.


Gott hat eine grosse Vielfalt von Lebendigem erschaffen, Himmel und Erde, Sichtbares und Unsichtbares.

Die Bibel erzählt uns von so vielen verschiedenen Engeln in unterschiedlichsten Situationen, oft sehr notvolle – im Gefängnis, in der Wüste, nachts auf dem Feld, im stillen Raum …

Solche Begegnungen sind mir in meiner ebenfalls bedrängenden Lebenslage Trost und Hilfe.

Auffällig ist, dass sie als Boten aus einer anderen Welt so eindrücklich erscheinen, dass sie den Menschen oft als Erstes sagen müssen: Fürchtet euch nicht! Das geht oft vergessen. Engel sind also keine «soften Fantasiefiguren». Sie wecken uns auf!

C. H.


Ich habe vor 6 Jahren eine Depression bekommen mit Suizidgedanken. So gut ich konnte, habe ich meinen Suizid geplant. Es ging mir sehr schlecht, trotzdem musste ich noch zur Bank, um Überweisungen zu machen.

Da stand ich also und tippte etwas ein, als ein kleiner Junge mit wackeligem Gang auf mich zukam. Er hielt sich an meinem Bein fest und schaute mich mit sehr grossen Augen an. Ich war so gerührt über diesen Blick von dem Jungen. Überlegte mir den geplanten Suizid noch einmal und begab mich in professionelle Behandlung.

Dieser kleine Bub war und ist für mich das Sinnbild eines Engels.

V. S.


Schon als Kind haben uns unsere Eltern jeden Tag den Schutzengeln empfohlen. Vor dem Schulweg – er war sehr lang, im Sommer 45 Minuten, im Winter bei Schnee 75 Minuten -, der an Bach, Wald und Wiesen entlangführte, zeichnete uns die Mutter immer das Kreuz auf die Stirne und sagte: «Nimm de Schutz-Ängel mit.»

Diese Beziehung lebe ich bis heute, und sie ist mir sehr wichtig. So auch, als wir einmal in den Ferien mit unseren beiden Söhnen in einem kleinen Miet-Camper auf Korsikas Bergstrassen unterwegs waren. Da wir die Gegend kannten, fuhr ich in der Regel recht flott.

Zu jener Zeit war jedoch meine Frau schwanger, und so nahm ich das Tempo infolge gewisser «Schotter-Strassen» merklich zurück. Nach unzähligen scharfen Kurven und engen Stellen mit seitlich steil abfallenden Felsen kamen wir im Tal an. Auf der ersten kleinen Biegung merkte ich, dass unser Steuer nicht mehr funktionierte. Ich konnte subtil abbremsen, ein entgegenkommendes Auto vorbeilassen, um dann an der gegenüberliegenden Seitenlinie anzuhalten.

Wir hatten einen echten Schrecken, mussten notfallmässig auf einen Lastwagen verladen werden. In der Garage fand man zwei abgewürgte Schrauben, sodass unser Lenkrad nur noch mit einer dritten verbunden war und daher jeder Richtungswechsel unmöglich war.

Hier hat uns ganz offensichtlich der Schutzengel des ungeborenen Kindleins unter dem Herzen der Mutter das Leben gerettet!

P. N.


Ich glaube an Engel als Begleiter und spüre sie auch ab und zu. Vor zwölf Jahren habe ich auf einem Lookout im Osten Australiens meine Gürteltasche auf einer Sitzbank vergessen, mit allen wichtigen Reiseutensilien wie Pass, Kreditkarten, Geld, Handy …

Nach ungefähr zwei Stunden haben wir den Verlust bemerkt und sind zurückgerast. Beim Aussichtspunkt stand ein freundlich lächelndes Ehepaar und fragte mich im schönsten Schweizerdeutsch: «Sind sie Frau Kressig?»

Sie haben auf uns gewartet mit meiner Tasche in der Hand. Für uns sind sie noch heute die Engel von Millaa Millaa. Aus dieser Begegnung vor zwölf Jahren hat sich eine schöne, langjährige Freundschaft entwickelt. Wir besuchen und schreiben uns gegenseitig oft. Dieses Treffen am anderen Ende der Welt war kein Zufall, sondern eine Fügung. Davon sind wir überzeugt.»

P. K.


Es gibt auch männliche Engel: Als ich mich bei der ersten Busfahrt mit dem Rollator auf den Notfallplatz setzen wollte, fuhr gleichzeitig der Bus ab. Ich landete auf dem Boden. Eh ich mich versah, standen zwei Männer neben mir und halfen mir aus der misslichen Lage. Vielen Dank diesen beiden Engeln.

K. I.


Ich betreue und begleite als Pflegefachfrau demente Menschen. Abends bete oder singe ich gerne mit einzelnen, schon im Bett liegenden Menschen. Ich beginne einfach zu beten oder zu singen und einige «klinken» sofort ein und beten oder singen mit. So bete ich mit einer hochbetagten Frau jeweils:

«Schutzengel mein Lass mich dir empfohlen sein / Tag und Nacht ich bitte dich / Beschütz, regier und leite mich / Lass mich leben gut und fromm / Dass ich zu dir in den Himmel komm.»

Sie lehrte mich das Gebet wieder. Ich kannte nur noch den Anfang.Für mich immer wieder ein berührendes Erlebnis, in ein zutiefst zufriedenes Gesicht schauen zu dürfen – ein wunderbarer Spiegel der Seele.

M. B.


Einer über 80-jährigen Frau im Betagtenheim, die ich zwei Tage vor ihrem Tod besuchte, sprach ich den Wunsch aus, sie möge nicht nur ihren Lieben, sondern auch mir in ihrem ewigen Leben Schutzengel sein. Sie konnte nicht mehr antworten, öffnete jedoch ihre Augen und nickte.

Seither hatte ich zweimal im Strassenverkehr bei Unachtsamkeit anderer allergrösstes Glück. Meine Reaktion war jeweils spontan: Dankeschön, Alice!

Einander Schutzengel sein, in diesem Leben und im kommenden von Gott geschenkten Licht seiner Liebe: Das allein ist mein Glaube. Und das ist meine von ihm übertragene Aufgabe.

M. F.


Die Geschichte, die ich hier erzähle, hat sich in meinem Kleinkindgehirn, ich war damals ungefähr dreijährig, tief eingeprägt. Ich kann mich daher heute noch mindestens teilweise an das Geschehene erinnern:

Es war im Sommer 1939, kurz vor Ausbruch des 2. Weltkrieges. Klein Seppali durfte mit dem Muetti in den kleinen Gemüse- und Blumengarten, der sich direkt hinter dem historischen Hexenturm befand. Dort pflanzte sie Gemüse und Salate, um die damals gebotene Selbstversorgung wenigstens teilweise sicherzustellen. Während sie ein Beet jätete, strampelte Klein-Seppali das schmale Gartenwegli hinab, stürchelte an einem Stein und flog kopfüber in ein in den Boden versenktes, mit Jauche gefülltes Benzinfass.

Ab diesem Moment weiss ich über den weiteren Verlauf nur noch von Erzählungen der damals geschockten Mutter. Sie hatte den Sturz unglücklicherweise nicht selbst beobachtet, wurde aber durch Mutter Furrer--Wagner, der Grossmutter eines Schulkameraden, vom Nachbargarten her alarmiert. Man konnte mich gerade noch rechtzeitig aus dem Jauchenbad hochziehen, sonst wäre ich wohl jämmerlich ertrunken. Dass hier ein guter Beschützer im Spiele war, ist wohl offensichtlich.

J. H.


Ein herzliches Dankeschön an meinen Schutzengel und die Engel auf Erden.

Kürzlich erlitt ich einen Unfall mit meiner Vespa. Sofort war ich von Engeln in menschlicher Form umgeben. Menschen die mir halfen. Eine wunderschöne Erfahrung.

Es gab sicher zwei Zeichen an diesem Morgen. Hätte ich darauf geachtet, wäre der Unfall vielleicht nicht geschehen … wer weiss? Egal, es ist passiert, und ich bin einfach unendlich dankbar, dass mein Schutzengel mir zur Seite stand, und ich keine bleibenden Verletzungen erlitt, und ich viel über mich und mein Leben lernen durfte.

K. H.


Hinterher hiess es: «Da hast du aber mehrere Schutzengel gehabt!» Darum glaube ich an sie!

Ich bin im Centro Magliaso im Tessin nach meiner Pensionierung bei einer freiwilligen Arbeit durch ein Glasdach gefallen. Nebst vielen grossen Schnittwunden auch drei Brüche an Schulter und drei Brüche im Gesicht. Bin ein Monat später wieder voll im Einsatz gewesen!

Schutzengelsicher grüsst…

P. B.


Drei Jahre nach dem Tod meiner Gattin, sagte ich zu meinem Schutzengel: «Such für mich ein ‹Gschpänli›!» Kurze Zeit danach meldete sich ein lebender Engel. Seither beschützt der Schutzengel uns, leitet uns und führt uns durch den Alltag. So sind wir doch nie mehr allein. 

G. Z.

 

 

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Wir haben die Engelsgeschichten unserer Leserinnen und Leser durch die Verwendung der Anfangsbuchstaben in der Autorenzeile anonymisiert. Es handelt sich jedoch um authentische Erzählungen.
Wir danken allen, die mit uns ihre Engelsbegegnungen geteilt haben.